




Ein Bild als intime Liebeserklärung von Peter Paul Rubens an seine Frau Helene Fourment. Helene, posiert nackt bis auf einen luxuriösen Zobelpelz. Der Mantel scheint jeden Moment von ihrer Schulter zu gleiten, als hätte sie Schritte gehört und versucht nun, ihre Blöße zu bedecken. Eine Hand auf der Körpermitte, die andere greift über die Schulter – eine Pose, die an die Venus, Göttin der Liebe, erinnert. Rubens malt sie nicht nur als seine Frau, sondern als die Verkörperung von Schönheit und Anmut.
Interessanterweise war das Bild ursprünglich noch detailreicher. Ein Wasserbecken, ein Brunnen mit einem Mannekin-Pis (eine Statue, die in das Wasserbecken pinkelte) – all das übermalte Rubens später, um den Fokus auf Helene zu lenken. Diese Details, die im Röntgenbild noch sichtbar sind, erzählen von der Intimität und dem privaten Charakter des Bildes. Es war wohl nicht für die Eingangshalle gedacht, sondern für einen Ort, wo nur wenige es sehen konnten.
Der Blick von Helene ist direkt, fast herausfordernd. Keine Spur von Scham, sondern voller Stolz steht sie da, die Nacktheit nebensächlich. Und so hängt sie nun im Kunsthistorischen Museum Wien, wenige Meter von Rubens letztem Selbstporträt entfernt. Der einziger Beigeschmack, der dieses Meisterwerk bis in das Heute begleitet: Rubens war 53 und Helene 16 als dieses Bild entstand.
Die Donauinsel – was für ein unglaublicher Ort! Nach mehr als 30 Jahren Planung und Bau wurde dieses riesige Freizeitareal Ende der 1980er-Jahre eröffnet. Heute tummeln sich dort an heißen Sommertagen bis zu 200.000 Menschen. Doch bis dahin war es ein langer Weg: Die Donauinsel war Gegenstand heftiger politischer Debatten, begleitet von Zweifeln und Pessimismus darüber, ob so viel Freiraum überhaupt funktionieren könnte. Gleichzeitig haben sich Menschen den Raum, den es bereits gab, immer wieder auf ihre ganz eigene Weise angeeignet und genutzt.
In dieser Episode ist Martina Nußbaumer zu Gast. Gemeinsam mit Ulrike Krippner hat sie die Ausstellung Donauinsel – 21 Kilometer Freiraum im Wien Museum kuratiert. Wir sprechen über die bewegte Geschichte der Donauinsel, ihre Entstehung zwischen Hochwasserschutz und Freizeitutopie und darüber, wie sich dieser einzigartige Ort bis heute ständig verändert.
Die Ausstellung ist noch bis zum 30. August im Wien Museum am Karlsplatz zu sehen:
https://www.wienmuseum.at/donauinsel_2026


