Bis 28. März 2027 zeigt das Wien Museum 350 Kleidungsstücke aus vier Jahrhunderten, geordnet nach sechs Farben. Kuratorin Michaela Lindinger erklärt, warum Modefarben nie bloß Dekor sind: von weißer Kinderkleidung als Statussymbol bis zum neongelben Herrenanzug von 1968.
Ein Stockbett mit Stoffen aus Somalia und eine Wand mit Fragen zu Kolonialismus: Im OPEN SPACE denken Wiener Communities über koloniale Sammlungen nach.
Noch 1861 sang ein Chor in Breslau „Stille Nacht“ als Werk Michael Haydns, während der Komponist in Hallein lebte. Wie das Lied seine Verfasser verlor und wo der Beweis lag.
Fünf Tage nach Mayerling erfuhren Leser des Pester Lloyd von ihrem Tod nur auf Umwegen, aus Zeitungen in München und Brüssel. Wer Mary Vetsera war und warum sie so lange nicht zur Ruhe kam.
Auf einem Altarbild von 1772 im Belvedere hält ein Engel die Gans, die den heiligen Martin verraten haben soll. Einen handfesteren Grund für das Martinigansl zeigt eine Urkunde von 1331.
Am 15. November 1873 drängten sich bis zu 20.000 Menschen in Klosterneuburg, erst am Grab des heiligen Leopold, dann im Stiftskeller beim Fassrutschen. Wie aus dem Fest des Landespatrons ein Volksfest wurde.
Im September 1786 meldete die Wiener Zeitung einen neuen Transport aus Florenz: anatomische Präparate aus Wachs für die Akademie Josephs II. Sie stehen bis heute im Josephinum.
Als Mozarts Requiem 1958 von der Weltausstellung in Brüssel zurückkam, fehlte eine Ecke mit wenigen Wörtern von seiner Hand. Wie die Handschrift über einen Grafen, eine Witwe und zwei Helfer in die Nationalbibliothek kam.
Am 26. November 2007 lag die Tabula Peutingeriana für einen einzigen Tag im Licht. Wie die einzige erhaltene Straßenkarte der Römer über Celtis, Peutinger und Prinz Eugen in die Nationalbibliothek kam und warum man fast immer nur Kopien von ihr sieht.
Am 28. Juni 1914 biegt der Wagen von Franz Ferdinand an der Lateinerbrücke falsch ab, Gavrilo Princip schießt. Wie das Auto, die blutige Uniform und ein Nummernschild mit Legende ins Heeresgeschichtliche Museum kamen.
„Goldenes Krauthappel“ tauften die Wiener das neue Haus der Secession im November 1898. Erlaubt hatte die Stadt den Bau nur für höchstens zehn Jahre.
Im Dezember 1906 besichtigten die ersten Gäste Otto Wagners neue Postsparkasse. Das Neue Wiener Journal staunte über 15.000 Nägel mit Aluminiumköpfen, die nur drei Wochen lang arbeiten sollten.
Klimt mit Katze, das neue Riesenrad, die Stadtbahn im Bau und Altwiener Gassen: Wien um 1900 in 16 Fotos aus vier Sammlungen.
Am 9. April 1766 öffnete Joseph II. den Prater für alle. Wie aus dem kaiserlichen Jagdrevier der Wurstelprater mit Kasperl, Venedig und Riesenrad wurde: 13 Bilder aus vier Sammlungen.
Zum 150. Geburtstag zeigt das Naturhistorische Museum Wien nicht seine schönsten Stücke, sondern die Frage, wie sie ins Haus gekommen sind. Kuratorin Anna E. Weinmann über Jagdrekorde, erzwungene Verkäufe und die Grenze zwischen gutem und bösem Sammeln.
Der Kernbestand des Papyrusmuseums stammt aus einer antiken Mülldeponie in Ägypten. Direktor Bernhard Palme führt durch ein Haus voller Quittungen, Klatsch unter Soldaten und dem Zornesbrief einer betrogenen Ehefrau.
Ein Museum fast ohne Objekte, dafür voller Fragen: Barbara Stöckl dreht im Viktor Frankl Museum Tafeln um und öffnet Setzkästen – und spricht über Leid, Zweifel und darüber, warum „auf das Gute schauen“ alles andere als naiv ist.
Die Empfehlungen der Redaktion, neue Ausstellungen und was bald zu Ende geht — am Donnerstag vor dem ersten Wochenende im Monat.
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