Bis 28. März 2027 zeigt das Wien Museum 350 Kleidungsstücke aus vier Jahrhunderten, geordnet nach sechs Farben. Kuratorin Michaela Lindinger erklärt, warum Modefarben nie bloß Dekor sind: von weißer Kinderkleidung als Statussymbol bis zum neongelben Herrenanzug von 1968.
Ein Stockbett mit Stoffen aus Somalia und eine Wand mit Fragen zu Kolonialismus: Im OPEN SPACE denken Wiener Communities über koloniale Sammlungen nach.
Mehr als hundert Jahre nach dem Ende der Monarchie ziehen Reiter in der Hofburg noch den Hut vor einem Kaiser, der seit 1740 tot ist. Wo man den Habsburgern in Wien heute begegnet, Ort für Ort und Person für Person.
Am Eröffnungstag 1874 bekam nur einer von dreizehn Toten ein eigenes Grab. Wie aus dem ungeliebten Friedhof vor der Stadt der Ort der Ehrengräber wurde, von Beethoven bis Adolf Loos.
Auf dem Zentralfriedhof liegen mehr Menschen, als Wien Einwohner hat. Wie die Stadt zu ihrem morbiden Ruf kam: Klappsarg und Herzstich, Kaisergruft und Narrenturm, Leichenstraßenbahn und Friedhof der Namenlosen.
Am 4. Dezember 1901 feierte in Wien die Artillerie ihre Schutzpatronin, und auf den Märkten kauften Frauen Kirschzweige. Was der Barbarazweig ist, warum er bis Weihnachten blühen soll und was er mit der heiligen Barbara zu tun hat.
Im September 1786 meldete die Wiener Zeitung einen neuen Transport aus Florenz: anatomische Präparate aus Wachs für die Akademie Josephs II. Sie stehen bis heute im Josephinum.
Als Mozarts Requiem 1958 von der Weltausstellung in Brüssel zurückkam, fehlte eine Ecke mit wenigen Wörtern von seiner Hand. Wie die Handschrift über einen Grafen, eine Witwe und zwei Helfer in die Nationalbibliothek kam.
Am 26. November 2007 lag die Tabula Peutingeriana für einen einzigen Tag im Licht. Wie die einzige erhaltene Straßenkarte der Römer über Celtis, Peutinger und Prinz Eugen in die Nationalbibliothek kam und warum man fast immer nur Kopien von ihr sieht.
Am 28. Juni 1914 biegt der Wagen von Franz Ferdinand an der Lateinerbrücke falsch ab, Gavrilo Princip schießt. Wie das Auto, die blutige Uniform und ein Nummernschild mit Legende ins Heeresgeschichtliche Museum kamen.
„Goldenes Krauthappel“ tauften die Wiener das neue Haus der Secession im November 1898. Erlaubt hatte die Stadt den Bau nur für höchstens zehn Jahre.
Im Dezember 1906 besichtigten die ersten Gäste Otto Wagners neue Postsparkasse. Das Neue Wiener Journal staunte über 15.000 Nägel mit Aluminiumköpfen, die nur drei Wochen lang arbeiten sollten.
Klimt mit Katze, das neue Riesenrad, die Stadtbahn im Bau und Altwiener Gassen: Wien um 1900 in 16 Fotos aus vier Sammlungen.
Am 9. April 1766 öffnete Joseph II. den Prater für alle. Wie aus dem kaiserlichen Jagdrevier der Wurstelprater mit Kasperl, Venedig und Riesenrad wurde: 13 Bilder aus vier Sammlungen.
Zum 150. Geburtstag zeigt das Naturhistorische Museum Wien nicht seine schönsten Stücke, sondern die Frage, wie sie ins Haus gekommen sind. Kuratorin Anna E. Weinmann über Jagdrekorde, erzwungene Verkäufe und die Grenze zwischen gutem und bösem Sammeln.
Der Kernbestand des Papyrusmuseums stammt aus einer antiken Mülldeponie in Ägypten. Direktor Bernhard Palme führt durch ein Haus voller Quittungen, Klatsch unter Soldaten und dem Zornesbrief einer betrogenen Ehefrau.
Ein Museum fast ohne Objekte, dafür voller Fragen: Barbara Stöckl dreht im Viktor Frankl Museum Tafeln um und öffnet Setzkästen – und spricht über Leid, Zweifel und darüber, warum „auf das Gute schauen“ alles andere als naiv ist.
Die Empfehlungen der Redaktion, neue Ausstellungen und was bald zu Ende geht — am Donnerstag vor dem ersten Wochenende im Monat.
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