Bis 28. März 2027 zeigt das Wien Museum 350 Kleidungsstücke aus vier Jahrhunderten, geordnet nach sechs Farben. Kuratorin Michaela Lindinger erklärt, warum Modefarben nie bloß Dekor sind: von weißer Kinderkleidung als Statussymbol bis zum neongelben Herrenanzug von 1968.
Ein Stockbett mit Stoffen aus Somalia und eine Wand mit Fragen zu Kolonialismus: Im OPEN SPACE denken Wiener Communities über koloniale Sammlungen nach.
1902 stand ein Wiener Zeitungsschreiber im Naturhistorischen Hofmuseum vor dem Skelett der Stellerschen Seekuh und nannte sie „ausgemordet“. Er hatte recht: 1741 entdeckt, war die Riesenseekuh 1768 verschwunden.
„Herzstich“ stand ganz oben in den Bestimmungen, die Arthur Schnitzler für sein Begräbnis hinterließ, und das, obwohl er selbst Arzt war. Wie die Angst vor dem Scheintod Wien zwei Jahrhunderte lang begleitete, von der Totenbeschau bis zu Nestroys Testament.
An einem Novembervormittag 1931 rief der Berliner Zoo im Naturhistorischen Museum Wien an: Einer seiner Komodowarane war gestorben. So kam die größte Echse der Welt nach Wien. Heute steht einer in Saal 28, zwei leben im Haus des Meeres.
Am 22. Juni 1919 sprang in Velm ein Professor von seinem Sitz auf: Die Kaplan-Turbine konnte, was er für Zukunftsmusik hielt. Die Geschichte der Erfindung, des Patentstreits und der ersten Turbine, die heute im Technischen Museum Wien steht.
Als Mozarts Requiem 1958 von der Weltausstellung in Brüssel zurückkam, fehlte eine Ecke mit wenigen Wörtern von seiner Hand. Wie die Handschrift über einen Grafen, eine Witwe und zwei Helfer in die Nationalbibliothek kam.
Am 26. November 2007 lag die Tabula Peutingeriana für einen einzigen Tag im Licht. Wie die einzige erhaltene Straßenkarte der Römer über Celtis, Peutinger und Prinz Eugen in die Nationalbibliothek kam und warum man fast immer nur Kopien von ihr sieht.
Am 28. Juni 1914 biegt der Wagen von Franz Ferdinand an der Lateinerbrücke falsch ab, Gavrilo Princip schießt. Wie das Auto, die blutige Uniform und ein Nummernschild mit Legende ins Heeresgeschichtliche Museum kamen.
Am 21. November 1883 erklärt Ferdinand von Hochstetter in Wien, der Federschmuck aus Ambras sei eine Standarte. Er irrt. Warum der Penacho bis heute im Weltmuseum liegt und Mexiko ihn zurückfordert.
Im November 1937 öffnete ein Führer im Licht einer Vergaserlampe einen Sarg unter der Michaelerkirche: Darin lag eine mumifizierte Hofdame. Wie die Michaelergruft entstand, warum die Toten nicht verwesten und wie frische Luft die Särge rettete.
Am 12. März 1878 brachte ein Trauerwagen einen Kessel mit den Eingeweiden von Erzherzog Franz Karl in den Stephansdom. Es war die letzte Urne für die Katakomben unter dem Dom, die mit einem Herzog begonnen hatten und mit einem Friedhof weitergingen.
Klimt mit Katze, das neue Riesenrad, die Stadtbahn im Bau und Altwiener Gassen: Wien um 1900 in 16 Fotos aus vier Sammlungen.
Am 9. April 1766 öffnete Joseph II. den Prater für alle. Wie aus dem kaiserlichen Jagdrevier der Wurstelprater mit Kasperl, Venedig und Riesenrad wurde: 13 Bilder aus vier Sammlungen.
Zum 150. Geburtstag zeigt das Naturhistorische Museum Wien nicht seine schönsten Stücke, sondern die Frage, wie sie ins Haus gekommen sind. Kuratorin Anna E. Weinmann über Jagdrekorde, erzwungene Verkäufe und die Grenze zwischen gutem und bösem Sammeln.
Der Kernbestand des Papyrusmuseums stammt aus einer antiken Mülldeponie in Ägypten. Direktor Bernhard Palme führt durch ein Haus voller Quittungen, Klatsch unter Soldaten und dem Zornesbrief einer betrogenen Ehefrau.
Ein Museum fast ohne Objekte, dafür voller Fragen: Barbara Stöckl dreht im Viktor Frankl Museum Tafeln um und öffnet Setzkästen – und spricht über Leid, Zweifel und darüber, warum „auf das Gute schauen“ alles andere als naiv ist.
Die Empfehlungen der Redaktion, neue Ausstellungen und was bald zu Ende geht — am Donnerstag vor dem ersten Wochenende im Monat.
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