



Im Museum nimmt euch mit in Ausstellungen, Sammlungen, Archive und Depots. Wir gehen dorthin, wo Dinge aufbewahrt, erforscht und erzählt werden – und sprechen mit den Menschen, die Kunst, Kultur und Geschichte lebendig machen.
Mal steht ein einzelnes Objekt im Mittelpunkt, mal eine ganze Ausstellung, ein Museum oder ein Thema. In kurzen Objektgeschichten, persönlichen Rundgängen, Reportagen, Features, Deep Dives und Audioguides erkunden wir, was Museen sammeln, zeigen und über unsere Gegenwart erzählen.
Dein Museum für unterwegs.
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Eine alte Nachttischuhr mit Römischen Ziffern. Was wie ein unscheinbares Erbstück wirkt, entpuppt sich als ein technisches Wunderwerk aus der Vergangenheit. Der Gynodate, ein Wecker, der mehr wusste als die Zeit.
Denn diese Uhr, hergestellt vor über 60 Jahren, zeigt diskret den Zyklus einer Frau an – ganz ohne Elektronik, nur mit Zahnrädern und Zeigern. Auf der Rückseite der Uhr verbirgt sich dazu ein komplexes Stellwerk. Hier wird nicht nur die Zeit eingestellt, sondern auch der Zyklus der Frau.
Die Uhr ist dabei so gestaltet, dass niemand auf den ersten Blick erkennen konnte, worum es wirklich ging. Nur wer vorne einen Deckel öffnet, entdeckt die verborgene Botschaft: den Eisprung und die fruchtbaren Tage. Also eine Verhütungs-App in mechanischer Form, die die fruchtbaren und unfruchtbaren Tage anzeigt, lange bevor Smartphones unsere Taschen eroberten.
Der Gynodate ist eine Erfindung, die half, die Fruchtbarkeit zu zähmen – eine kulturelle Leistung, „vergleichbar mit der Zähmung des Feuers“ – wie uns DDr. Fiala aus dem Museum für Verhütung und Schwangerschaftsabbruch erzählt hat.
Heute ist die Gynodate ein seltenes Sammlerstück. Ein Stück Geschichte, das im Museum einen Ehrenplatz gefunden hat.
Die Donauinsel – was für ein unglaublicher Ort! Nach mehr als 30 Jahren Planung und Bau wurde dieses riesige Freizeitareal Ende der 1980er-Jahre eröffnet. Heute tummeln sich dort an heißen Sommertagen bis zu 200.000 Menschen. Doch bis dahin war es ein langer Weg: Die Donauinsel war Gegenstand heftiger politischer Debatten, begleitet von Zweifeln und Pessimismus darüber, ob so viel Freiraum überhaupt funktionieren könnte. Gleichzeitig haben sich Menschen den Raum, den es bereits gab, immer wieder auf ihre ganz eigene Weise angeeignet und genutzt.
In dieser Episode ist Martina Nußbaumer zu Gast. Gemeinsam mit Ulrike Krippner hat sie die Ausstellung Donauinsel – 21 Kilometer Freiraum im Wien Museum kuratiert. Wir sprechen über die bewegte Geschichte der Donauinsel, ihre Entstehung zwischen Hochwasserschutz und Freizeitutopie und darüber, wie sich dieser einzigartige Ort bis heute ständig verändert.
Die Ausstellung ist noch bis zum 30. August im Wien Museum am Karlsplatz zu sehen:
https://www.wienmuseum.at/donauinsel_2026


