
Verlassene Ehemänner von Manfred Deix

Im Museum nimmt euch mit in Ausstellungen, Sammlungen, Archive und Depots. Wir gehen dorthin, wo Dinge aufbewahrt, erforscht und erzählt werden – und sprechen mit den Menschen, die Kunst, Kultur und Geschichte lebendig machen.
Mal steht ein einzelnes Objekt im Mittelpunkt, mal eine ganze Ausstellung, ein Museum oder ein Thema. In kurzen Objektgeschichten, persönlichen Rundgängen, Reportagen, Features, Deep Dives und Audioguides erkunden wir, was Museen sammeln, zeigen und über unsere Gegenwart erzählen.
Dein Museum für unterwegs.
www.immuseum.at
www.instagram.com/immuseum.podcast
#museum #kunst #geschichte #kultur #immuseum

Bilder die so derb und ehrlich sind, dass sie dich unweigerlich zum Lachen bringt – oder auch zum Nachdenken. Manfred Deix, war ein Meister der schonungslosen Illustration und hat sich in diesem Werk den Abgründe des männlichen Seins verschrieben. Seine Serie über verlassene Ehemänner zeigt die Tragödie und Komödie des (männlichen) Lebens im Verlassensein.
Da ist der einsame Mann, der mit rotem Gesicht und leerem Blick vor sich hin vegetiert. Oder der, der sich in die Arme seiner Mutter flüchtet, unfähig, der Realität ins Auge zu sehen. Die Figuren sind Karikaturen, ja, aber sie sind auch real. Sie zeigen, was passiert, wenn die patriarchale Fassade bröckelt und die Männerwelt in sich zusammenstürzt.
Und dann gibt es da noch diese andere, fast schon anarchische Seite: die sexuelle Maßlosigkeit, die hemmungslose Trunksucht. Männer, die sich in ihrer Verzweiflung in die Flucht nach vorn stürzen – mit all den peinlichen und tragischen Konsequenzen. Die Aquarelle sind roh, direkt und dabei meisterhaft ausgeführt.
Deix Kunst provoziert, polarisiert und sie zwingt zur Auseinandersetzung. Und genau das macht sie so faszinierend. Seine Werke sind nicht nur ein Spiegel der Gesellschaft, sie sind auch ein Kommentar zu den Geschlechterrollen, die uns alle betreffen.


