Heidi Horten Collection
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Die Heidi Horten Collection ist ein Privatmuseum in der Wiener Innenstadt, gleich hinter der Albertina. Gezeigt wird die Kunstsammlung von Heidi Goëss-Horten (1941–2022): mehrere hundert Gemälde, Skulpturen und Grafiken, von Gustav Klimt und Egon Schiele über den Expressionismus, Arte Povera und die europäische Nachkriegskunst bis zu Andy Warhol, Yves Klein, Niki de Saint Phalle und Sylvie Fleury. Im Erdgeschoß zeigt das Haus unter dem Titel „Klimt–Warhol“ Meisterwerke der Moderne aus der Sammlung, in den Stockwerken darüber wechseln die Ausstellungen.
Das Museum steht im Hanuschhof, in einem hellgelben Haus mit neoklassizistischer Fassade, dem ehemaligen erzherzoglichen Kanzleigebäude. Den Umbau planten the next ENTERprise architects, die den Wettbewerb gegen Ortner & Ortner und Kuehn Malvezzi gewonnen hatten. Innen gibt es rund 1.500 Quadratmeter Ausstellungsfläche, vor dem Haus liegt ein kleiner, öffentlich zugänglicher Skulpturengarten, unter anderem mit Werken von Keith Haring, Miquel Barceló und Claude Lalanne. Eröffnet wurde das Museum am 3. Juni 2022. Neun Tage später starb die Sammlerin mit 81 Jahren in ihrem Haus am Wörthersee.
Heidi Horten wurde in Wien geboren, das war ein Grund für den Standort. Zu sammeln begann sie nach dem Tod ihres ersten Ehemanns, des deutschen Kaufhausunternehmers Helmut Horten, der 1987 gestorben war. 2018 zeigte das Leopold Museum rund 170 Highlights in der Ausstellung „WOW!“. Das Museum ist als Privatstiftung organisiert und finanziert sich zur Gänze selbst.
Das Vermögen geht auf Helmut Horten zurück, und dessen Geschichte ist belastet. Eine Studie der Historiker Peter Hoeres und Maximilian Kutzner, 2019 von Heidi Goëss-Horten in Auftrag gegeben und 2022 vorgestellt, kam zum Ergebnis: Horten erwarb zwischen 1936 und 1939 mehrere Kaufhäuser, die zuvor jüdischen Eigentümern gehört hatten, und nutzte deren Notlage gezielt aus. Als Geschäftsführer zweier Rüstungsbetriebe genehmigte er den Einsatz von Zwangsarbeit. Das Museum bekennt sich heute zu dieser historischen Verantwortung, lässt die Herkunft der Werke erforschen und veröffentlicht die Ergebnisse laufend.
Geöffnet ist täglich außer Dienstag von 11 bis 19 Uhr, donnerstags bis 21 Uhr. Aktuelle Ausstellungen, Führungen und Preise stehen auf der Website des Museums. Mehr über Klimts Spuren in der Stadt: Gustav Klimt in Wien.
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Elisabeth von Samsonow
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