Alle Geschichten von Im Museum – nach Rubriken sortiert, die neuesten zuerst.
Zwei gelbe Filzsterne mit der Aufschrift „Ungeimpft“ hätten nach dem Urteil vernichtet werden sollen. Stefan Benedik erklärt, warum das Haus der Geschichte Österreich sie stattdessen in die Vitrine geholt hat.
Ein Bauer bürgt für einen Häftling, in griechischer Sprache, auf einem Fetzen Papyrus. Erst das Tagesdatum macht die Urkunde brisant: Bernhard Palme zeigt im Papyrusmuseum, wie sie die antike Geschichtsschreibung widerlegt.
Eine Barbie mit rosa Planköcher, eine mit rosa-rotem Helm: Zwei Puppen eröffnen ein Kapitel der Schausammlung im Architekturzentrum Wien. Kuratorin Monika Platzer erklärt, warum sie mehr über den Beruf erzählen als über Spielzeug.
Ein Kasten mit bunten Gurten, der sich mit einem Handgriff in ein Bett verwandelt: Katharina Hövelmann erklärt, warum das Diwanbett aus dem Atelier von Friedl Dicker und Franz Singer mehr ist als eine frühe Platzsparlösung.
Eine Schaufensterpuppe im Technischen Museum Wien trägt unter dem durchscheinenden Arbeitsanzug leuchtend gelbe Unterwäsche. Kurator Bernhard Schmidt erklärt, warum im Kernkraftwerk nicht das Material schützt, sondern die Farbe.
Gleich hinter dem Eingang der Hermesvilla liegt eine Frau aus weißem Marmor auf Wellen. Kuratorin Michaela Lindinger liest in der Lichtfee Peri ein Selbstbild von Kaiserin Elisabeth – bis hin zum Anker, den man erst beim Umrunden sieht.
Ein gemalter Wald, in einen echten Wald gehängt und fotografiert: Karla Starecek zeigt in der Ausstellung „GROW“ im Unteren Belvedere ein Diptychon von Daniel Fischer, in dem die Natur ein Herz bekommt.
Ein wiederverwendbarer Sarg, gleiche Begräbnisse für alle und Sammelgräber statt Standesunterschieden: Erich Traxler vom Bestattungsmuseum Wien erklärt, warum Josef II. mit seiner Reform von 1784 beinahe einen Bürgerkrieg auslöste.
Eine Windel mit Sensor analysiert den Urin und meldet der App der Eltern, ob das Baby genug getrunken hat. Kurator Christian Stadelmann zeigt im Technischen Museum Wien, wo Fürsorge in Überwachung kippt.
Im Sisi-Museum in der Wiener Hofburg liegt die Reiseapotheke von Kaiserin Elisabeth: ein Lederkoffer mit Mullbinden, Hoffmann’schen Tropfen, Zuckerln und einer Kokainspritze. Michael Wohlfahrt erklärt, warum das kein Kuriosum ist, sondern Medizingeschichte.
Zwei Nixen, ein knappes Dutzend Silberfische und ein grüner Hintergrund, der ein Rätsel löste: Roderick Martin zeigt in der Albertina, warum dieses Klimt-Bild für die verlorenen Fakultätsbilder zentral wurde.
Eine historische Bahnhofsuhr im Technischen Museum Wien erzählt von mehr als Uhrmacherei. Thomas Winkler zeigt, warum die Eisenbahn nicht nur die Mobilität veränderte, sondern auch die Zeit vereinheitlichte.
Zwei schwarze Beiwagen, zwölf Türen, Platz für 24 Särge: Die Wiener Leichenstraßenbahn entstand aus der Not des Ersten Weltkriegs. An ihre stillen Fahrten erinnert heute ein Modell im Bestattungsmuseum Wien.
Ein helles Kleid mit einem gekrönten Delfin im Innenfutter: Kurator Michael Wohlfart zeigt im Sisi Museum, warum dieses Stück aus Elisabeths Korfu-Garderobe die Legende von der ewig schwarz gekleideten Kaiserin widerlegt.
Das Literaturmuseum der Österreichischen Nationalbibliothek sammelt Literatur ab 1900 – und sitzt im Amtszimmer eines Dichters des 19. Jahrhunderts. Bernhard Fetz über das Grillparzerzimmer und einen Klassiker, der lebendiger ist als sein Ruf.
Ein Vertrag auf Papyrus listet Pfeffer, Elfenbein und eine Himalaya-Pflanze im Wert von sieben Millionen Sesterzen. Bernhard Palme zeigt im Papyrusmuseum, wie der Indienhandel Roms funktionierte.
Nicht der Tod war im 19. Jahrhundert die größte Zumutung, sondern die Furcht, bloß dafür gehalten zu werden. Das Herzstichmesser im Bestattungsmuseum Wien sollte diese Angst beenden – gegen Aufpreis, mit einem Stich ins Herz.
Ein Spielplan in Form des Weiblichkeitssymbols, rote Kärtchen mit Alltagssätzen: Marianna Nenning zeigt im Haus der Geschichte Österreich ein Brettspiel von 1985, bei dem Rollenbilder Felder kosten.
Ein Papyruszettel vom 26. April 6 n. Chr. hält eine große Lebensfrage fest: Soll Asklepiades Tapetheus heiraten? Bernhard Palme zeigt im Papyrusmuseum, was dieses Losorakel über den Alltag im griechisch-römischen Ägypten verrät.
Die Ortstafel von Fucking hängt heute im Haus der Geschichte Österreich. Warum sich das oberösterreichische Dorf Ende 2020 in Fugging umbenannte und was der Spott aus dem Netz mit den Menschen vor Ort gemacht hat.
Eine knallgrüne Bank, ein kimonoartiges Gewand, dahinter nur ein Farbfleck: Henri Lebasque übersetzt in der Albertina die Unschärfe der Fotografie in Malerei.
Im Schlafzimmer der Hermesvilla steht eine Frauenfigur mit gesenktem Kopf und Olivenzweig: die Melancholia. Kaiserin Elisabeth soll sie selbst gekauft haben – als Spiegel ihrer Seele, sagt Kuratorin Michaela Lindinger.
Thomas Bernhard und eine Arbeitshose, die unerwartet zum „Kulturgut“ avancierte: ein Stofffetzen im Literaturmuseum der Österreichischen Nationalbibliothek, mit einer Geschichte irgendwo zwischen Provinzposse und Weltliteratur.
Im Vestibül der Albertina empfängt eine Marmorbüste, die ihrem Modell nicht schmeichelt. Kunstvermittler Roderick Martin erzählt, wie Herzog Albert von Sachsen-Teschen und Franz Xaver Messerschmidt zusammenfanden.
Manfred Deix’ Serie über verlassene Ehemänner im Karikaturmuseum Krems zeigt Männer nach dem Zusammenbruch ihrer Welt: mit einem Achterl und leerem Blick, in den Armen der Mutter, in trotziger Maßlosigkeit.
Eine kniende Frau, aus deren Körper Blüten wachsen: Anne-Katrin Rossberg zeigt im MAK, warum Vally Wieselthiers Keramikfigur „Flora“ ein Selbstporträt ist – und wie die Keramikerin von Wien aus New York eroberte.
Silbern, bauchig, rund 30 Zentimeter hoch – und mitten durchschossen: Eva Meran zeigt im Haus der Geschichte Österreich eine Trophäe des Wunderteams, die in den Februarkämpfen 1934 im Karl-Marx-Hof getroffen wurde.
Ein Briefkasten aus Leder, kaum größer als eine Streichholzschachtel: Mirko Herzog zeigt im Tiefspeicher des Technischen Museums Wien Ballspenden und Tanzkarten – und erklärt, warum sie keine gute alte Zeit belegen.
Eine Frau auf der Bettkante, das Laken hastig vorgezogen: Kunstvermittlerin Francesca Liva erzählt, warum Amedeo Modiglianis „Weiblicher Halbakt“ von 1918 in der Albertina anders ausfällt als seine Pariser Akte.
Im Papyrusmuseum der Österreichischen Nationalbibliothek liegt ein sechs Meter langer Papyrus. Eine praktische Anleitung für eine riskante Reise ins Jenseits.
Ein Jacquard-Webstuhl von 1870 mit umlaufenden Lochkarten und daneben ein Bandwebstuhl, an dem jemand 14 Stunden täglich saß: Monika Grußmann erzählt, was die beiden Maschinen über den Spittelberg verraten.
Margit Dobronyi fotografierte die jüdische Gemeinde in Wien zwischen 1960 und 2000. Im Jüdischen Museum Wien werden ihre Bilder als Chronik eines Neuanfangs nach der Schoah lesbar.
Kunstvermittlerin Aline Panajotov steht in der Albertina vor Claude Monets „Der Seerosenteich“ – einem Bild, in dem fast alles Spiegelung ist. Warum ausgerechnet die Erfindung der Fotografie die Maler ins Freie trieb.
Pieter Bruegels „Der Kampf zwischen Karneval und Fasten“ von 1559 hängt im Kunsthistorischen Museum Wien. Kunstvermittler Daniel Uchtmann liest darin den Streit zweier Lebensprinzipien – und eine Enzyklopädie menschlicher Zwänge.
Im Rubenssaal des Kunsthistorischen Museums Wien hängt ein Bacchanal voller Männerakte – gemalt von Michaelina Wautier. Magdalena Ölzant erklärt, warum man einer Frau dieses Bild jahrhundertelang nicht zutraute.
Ein unscheinbarer Holzkasten im Technischen Museum Wien spielt Klavier, Trommel und Triangel zugleich. Caroline Haas zeigt, wie das Continental-Orchester mit einer Münze und einem Eisengewicht ganze Wirtshäuser beschallte.
Ein Salzfass aus massivem Gold, geschmolzen aus den Münzen eines Königs: Daniel Uchtmann erklärt, warum Cellinis Saliera in der Kunstkammer des Kunsthistorischen Museums Wien ein Abbild der ganzen Welt ist.
Ein Holzkasten von 1839, vermutlich das einzige erhaltene Exemplar: Peter Coeln zeigt im Kameramuseum WestLicht die erste kommerziell hergestellte Kamera der Welt – und fotografiert bis heute mit ihr.
Aus der Krummbaumgasse 1 stammt eine Wohnungstür mit Einbruchsspuren. Georg Friedler zeigt im Bezirksmuseum Leopoldstadt, was sie über die Sammelwohnungen der NS-Zeit im zweiten Bezirk erzählt.
Eine 53 Gramm leichte Kamera, geschnallt auf eine Brieftaube: Peter Coeln zeigt im WestLicht einen der seltensten Apparate der Fotogeschichte – Luftaufklärung des Ersten Weltkriegs mit Zeitauslöser.
Ohne Mitgliedschaft in der Reichskammer der bildenden Künste kein Beruf: Kuratorin Ingrid Holzschuh zeigt im Wien Museum MUSA ein vorgedrucktes Blatt Papier, das über Existenzen entschied – den Fragebogen des Künstlers Richard Teschner.
Ein Wolf, ein Stern, Schnee in unwirklichen Farben: Kunstvermittlerin Francesca Liva liest Marianne von Werefkins nächtliches Winterbild in der Albertina als Selbstporträt einer Malerin, die noch einmal neu anfangen musste.
Eine aufgebogene Flügelspitze unter der Kuppel des Technischen Museums Wien: Christian Klösch erklärt, warum Winglets Treibstoff sparen – und warum der Umwelt das trotzdem wenig hilft.
Ein besetztes Biedermeierhaus am Spittelberg, ein Weinstock im Hof und eine Auflage der Stadt Wien: Monika Grußmann erzählt, warum das Bezirksmuseum Neubau das kleinste Wiens ist.
Drei Meter hoch, in drei Teile zersägt, in Transportkisten gezeigt: Kunsthistorikerin Sabine Plakolm-Forsthuber über die Gipsskulptur „Die Ostmark“ im Wien Museum MUSA.
Ein Meter hohes Glas, darin ein menschlicher Oberkörper: Eduard Winter zeigt in der Pathologisch-anatomischen Sammlung im Narrenturm ein Präparat, bei dem Herz, Leber und Magen auf der falschen Seite liegen – und der Mensch trotzdem gesund war.
In der Kunstkammer des Kunsthistorischen Museum Wien steht ein goldenes Schiff von 1585. Daniel Uchtmann erklärt, warum die eigentliche Kunst daran unsichtbar ist – und wie der Automat die kaiserliche Tafel überrumpelte.
Ein Modell hinter Glas erinnert an die Dampfzahnradbahn auf den Kahlenberg. Brigitte Kolin zeigt im Bezirksmuseum Döbling, warum die Wiener sie Ruckerlbahn nannten – und warum sie nach knapp 50 Jahren verschwand.
Kleine 3D-gedruckte Figuren im MAK Design Lab üben Berufe aus, die es noch nicht gibt. Janina Falkner erzählt, wie Schüler:innen und Künstlerinnen sie erfunden haben – und was daneben Porzellanfiguren des 18. Jahrhunderts zu suchen haben.
Im Technischen Museum Wien steht ein Modell des Stephansdoms im Maßstab 1 zu 300.000. Hubert Weitensfelder erklärt ein Objekt, das man beim besten Willen nicht sehen kann – und das ein Staubkorn beschädigen würde.
Im Schaudepot des Jüdischen Museums Wien liegt ein Holzinstrument, das fast alle für eine Osterratsche halten. Hannah Landsmann erklärt, warum es eine Purim-Ratsche ist – und was sie der Nachbarvitrine zu sagen hätte.
Ein Mikrofonkorb, in den Adolf Hitler 1938 in Linz gesprochen haben soll: Laura Langeder vom Haus der Geschichte Österreich erklärt, warum das Museum das Objekt bewusst unspektakulär zeigte.
Die Enigma im Technischen Museum Wien sieht aus wie eine Schreibmaschine und galt den Deutschen als unknackbar. Dass polnische und britische Mathematiker ihren Code dennoch brachen, legte den Grundstein für die Erfolge der Alliierten.
Sie sieht aus wie das Fenster einer gotischen Kirche, gehörte aber zum prächtigsten Bahnhof seiner Zeit: Georg Friedler zeigt im Bezirksmuseum Leopoldstadt eine Sandsteinrosette vom Wiener Nordbahnhof.
Jacob Jordaens’ „Fest des Bohnenkönigs“ im Kunsthistorischen Museum Wien zeigt einen flämischen Dreikönigsbrauch: ein Fest, das mit Rangordnungen spielt – und im Hintergrund eine lateinische Warnung vor dem Rausch trägt.
Ein weißes Tangahöschen mit Glitzerstern, Flügelchen, Badehaube: Andreas Swatosch zeigt im Circus- & Clownmuseum das Kostüm, in dem Jango Edwards kopfüber in ein Glas Wasser sprang.
Weiß, verästelt, zerbrechlich wie Schnee und trotzdem seit Jahrhunderten heil: Vera Hammer zeigt im Naturhistorischen Museum Wien die Eisenblüte vom steirischen Erzberg – und erzählt, wie sie nach Wien kam.
Eine goldene Kugel von 1624, angetrieben von einem Uhrwerk: Jan Mokre zeigt im Globenmuseum der ÖNB einen Himmelsglobus, dessen Sternenkarte schon veraltet war, als er gebaut wurde.
Ein stillstehendes Mühlrad, Eiszapfen, Kinder auf dem Eis: Rotraut Krall führt durch Pieter Bruegels „Jäger im Schnee“ in der Gemäldegalerie des Kunsthistorischen Museums Wien – ein Bild, dessen Kälte bis in den Saal reicht.
138 Tonnen schwer und trotzdem überholt: Thomas Winkler erklärt, warum die Dampflokomotive 1210 im Technischen Museum Wien den Höhepunkt einer Industrie markiert – und nur 20 Jahre fuhr.
Ein Restaurator fand unter alten Möbelnägeln Reste einer kirschroten Ripsbespannung – und Jenny Holzer machte daraus die Farbe eines ganzen Raums. Janina Falkner über ein Biedermeier-Kanapee im MAK und die Politik des Innenraums.
Der erste dokumentierte Weihnachtsbaum Wiens stand 1814 im Palais der Fanny von Arnstein – notiert von Metternichs Geheimpolizei. Eine Geschichte über Salons, Zuwanderung und einen Brauch, den das Jüdische Museum Wien nacherzählt.
Ein Bild von 44,5 mal 36 Zentimetern, in dem es schneit, friert und leuchtet: Daniel Uchtmann führt durch Albrecht Altdorfers „Geburt Christi“ im Kunsthistorischen Museum Wien – eine der frühesten Schneedarstellungen der Malerei.
Ein Flügel aus dem Besitz von Franz von Suppè steht im ersten Stock des Bezirksmuseums Josefstadt. Maria Ettl erzählt, warum die Firma Bösendorfer und der Komponist einander im kleinsten Wiener Bezirk begegneten.
In der Berggasse 19 ist von Freuds Einrichtung nichts geblieben. Daniela Finzi zeigt stattdessen eine Vitrine mit Büchern – darunter eine Ausgabe von „Totem und Tabu“, die aussieht wie ein Plakat aus der Bauhauszeit.
Ein Schwarzstorch, ein Rothirsch und ein Eisvogel aus Pappmaché stehen im Technischen Museum Wien mitten in der Schausammlung Energie. Bernhard Schmidt, Kurator für Energie, erzählt, wie diese Kostüme 1984 halfen, das Donaukraftwerk bei Hainburg zu verhindern.
Sie sieht aus wie ein zu groß geratener Regenwurm und gilt als eines der skurrilsten Tiere der Welt: Georg Gassner erklärt, was hinter der Blindwühle im Naturhistorischen Museum Wien steckt.
Ein arbeitsloser Maurergeselle baute in den 1930er-Jahren ein mannshohes Riesenrad aus abgebrannten Zündhölzern. Georg Friedler zeigt im Bezirksmuseum Leopoldstadt ein Kunstwerk, das nie eines sein wollte.
Ein Christbaum, ein Galgen, 10.000 Zuseher: Ursula Schwarz zeigt im Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes eine kleine Tuschezeichnung, die der Häftling Bruno Furch 1944 im KZ Flossenbürg festhielt.
Fünf Darstellerinnen, eine Zitrone mit Nadel und der Balkon der Hofburg: Kunstvermittlerin Katja Stecher über Borjana Ventzislavovas Video „Und der Himmel klärt sich auf (Magic Resistance)“ im Belvedere 21.
Ein Schild von der Pride, Transparente von Fridays for Future: An einer Wand im Haus der Geschichte Österreich hängen Objekte, die tags zuvor noch in Verwendung waren. Direktorin Monika Sommer über das Sammeln am Puls der Zeit.
Zwei orangefarbene Kabinen ohne Türen, still montiert im Technischen Museum Wien: Peter Payer erzählt, warum ein Paternoster nicht abstürzen kann, trotzdem verboten wurde – und in Wien noch sieben Mal in Betrieb ist.
Ein Greißlerladen der späten 1960er-Jahre, eins zu eins ins Bezirksmuseum Penzing übersiedelt: Andreas Maurer zeigt Regale voller leerer Dosen, ein echtes Brot – und erklärt, warum das Petroleumfass heute wieder aktuell ist.
Ein Bild, das kaum in den Raum passt und ihn nie wieder verlassen wird: Wolfgang Christian Huber zeigt im Stift Klosterneuburg, warum kein einziges Gesicht auf dem Babenberger Stammbaum echt ist.
Ein Wecker mit römischen Ziffern, der mehr anzeigt als die Uhrzeit: Die Gynodate im Museum für Verhütung und Schwangerschaftsabbruch berechnete den weiblichen Zyklus rein mechanisch – eine Verhütungs-App aus Zahnrädern.
Ein Apparat mit einer einzigen Taste, ein Punkt, ein Strich: Der Morse-Telegraph im Technischen Museum Wien verkürzte den Weg einer Nachricht über den Atlantik von zwei Wochen auf wenige Minuten.
An einer römischen Fibel klebten Textilreste – Karina Grömer wollte wissen, wie sie dorthin kamen. Für die Antwort baute die Prähistorikerin des Naturhistorischen Museums Wien einen Scheiterhaufen und opferte ihre eigenen Haare.
Ein Modell im Bezirksmuseum Ottakring zeigt einen Auslaufbrunnen, den es längst nicht mehr gibt. Jochen Müller erzählt von Steuergrenzen, Schankkonzessionen und einem Kaiser, der nach einem Großbrand Wasser springen ließ.
Zehn Gruppenfotos der Avantgarde, auf jedem genau eine Frau: Katja Stecher erklärt im Belvedere 21, wie Anna Artaker in „Unbekannte Avantgarde“ die übersehenen Künstlerinnen zurück ins Bild holt.
Fahrradfahren war im 19. Jahrhundert ein waghalsiges Unterfangen. Das doppelsitzige Dreirad von 1890 im Technischen Museum Wien gehörte zu den ersten dieser neuen Fortbewegungsmittel – und war ein Heiratsvermittler auf Rädern.
In der Bibliothek des Österreichischen Filmmuseums steht eine handschriftliche Widmung am Rand einer Zeitschrift von 1988. Elisabeth Streit erzählt, wie sie die Filmemacherin Lizzie Borden zum Schreiben brachte.
Ein rotes Heft mit einem X statt M oder F: Stefan Benedik erklärt, warum der erste intergeschlechtliche Reisepass Österreichs im Haus der Geschichte Österreich liegt – und warum er nur ein Etappensieg ist.
Ein zerfleddertes Blatt Papier von 1901 landet im Sommer 2021 im Bezirksmuseum Josefstadt. Maria Ettl und Anna Jungmayr erzählen, warum Wiener Findelkinder einmal Impfstofflieferant:innen waren.
Originalmöbel, falsche Streifen, ein einziges historisches Foto: Daniela Finzi führt im Sigmund Freud Museum durch einen Raum, der zugleich Rekonstruktion und Lehrstück über die Unzuverlässigkeit von Erinnerung ist.
Ein knochiges Etwas im Stein, 233 Millionen Jahre alt: Alexander Lukeneder zeigt im Naturhistorischen Museum Wien den Schädel eines Lungenfischs aus Lunz am See – und erklärt, warum er von einer Klimakatastrophe erzählt.
In der Eingangshalle des Technischen Museums Wien dreht sich ein Rad im Glaskasten, das laut Physik längst stehen müsste. Kustodin Ingrid Prucha erklärt, warum das Haus ausgerechnet ein unmögliches Gerät an den Anfang stellt.
Ein Gipsabguss im Müll einer Wohnungsräumung, ein Keller voll Staub und eine Restaurierung um 1000 Euro: Philipp Maurer zeigt im Bezirksmuseum Wieden die Totenmaske einer Schauspielerin, die im Krieg ein Leben rettete.
Kein Zepter, keine Rüstung, nur ein aufgesprungener Granatapfel: Daniel Uchtmann zeigt Albrecht Dürers Porträt Kaiser Maximilians I. im Kunsthistorischen Museum Wien – das erste offizielle Staatsporträt eines Monarchen.
Ein Zahn, so groß wie eine Handfläche, 14 Millionen Jahre alt und gefunden im Wiener Becken: Iris Feichtinger zeigt im Naturhistorischen Museum Wien, was vom größten Hai der Erdgeschichte geblieben ist.
Eine Forscherin-Barbie im Technischen Museum Wien sortiert Schuhe und mixt Make-up, statt zu experimentieren. Kuratorin Ana Daldon zeigt in der Ausstellung „Wem gehört Pink?“, wie Gender-Marketing funktioniert.
Der Saal „Ein Dorf in den Bergen“ im Weltmuseum Wien zeigt Tempel, Almen und Feuerstelle. Kurator Christian Schicklgruber hat ihm ein Gemälde gegenübergestellt, das von Arbeitsmigration und Särgen erzählt.
Ein alter Koffer, jahrelang nicht geöffnet, darin ein leeres Schächtelchen mit einer Bleistiftzeile im Deckel: Monika Pessler erzählt, wie das Sigmund Freud Museum einem heimlichen Verlobungsgeschenk auf die Spur kam.
Ein Schädel von einem ausgestorbenen Lemuren aus Madagaskar, 1900 angekauft: Paläontologin Ursula Göhlich erzählt im Naturhistorischen Museum Wien, wie zwei fehlende Knochenstücke nach über hundert Jahren wieder an ihren Platz kamen.
Backgammon innen, Kaiser und Ahnen außen: Rotraut Krall zeigt in der Kunstkammer des Kunsthistorischen Museums Wien ein Spielbrett, das nie zum Spielen gedacht war, sondern zur Selbstbehauptung des Hauses Habsburg.
Ein roter Kartondeckel im Waschsalon Karl-Marx-Hof verschloss einst das Säuglingswäschepaket der Stadt Wien. Lilli Bauer erzählt, warum die Opposition von „Wahlwindeln“ sprach – und was davon geblieben ist.
Eine Kartonschachtel ohne Film, dafür mit einem handgeschriebenen Satz: Paolo Caneppele zeigt im Österreichischen Filmmuseum ein Objekt, dessen Verlust er für einen Gewinn hält.
Tizians „Der Bravo“ im Kunsthistorischen Museum Wien: zwei Männer, gefangen im Moment vor dem Zustoßen. Daniel Uchtmann zeigt, wer den Kranz aus Weinblättern trägt, wer die Rüstung – und wo der Dolch steckt.
Über einen Kilometer lang, fünf Türme, große Torbögen: Im Architekturzentrum Wien steht der Karl-Marx-Hof als Kartonmodell. Monika Platzer erzählt, wie aus einer Steuer der bekannteste Gemeindebau des Roten Wien wurde.
Ein Modell, das den Fluss hinauffahren soll, angetrieben vom Fluss selbst: Wolfgang Stritzinger erzählt im Technischen Museum Wien von 1000 Gulden Preisgeld, Newton und einem Irrtum, der zwei Jahrhunderte überdauerte.
Ein Nachbau, sieben Zentimeter groß, mit einer einzigen Linse: Andreas Hantschk zeigt im Naturhistorischen Museum Wien das Mikroskop des Antoni van Leeuwenhoek – und erzählt von einem Eichmeister, den Zar Peter der Große besuchte.
Ab 1. Oktober zeigt das Wien Museum 350 Kleidungsstücke aus vier Jahrhunderten, geordnet nach sechs Farben. Kuratorin Michaela Lindinger erklärt, warum Modefarben nie bloß Dekor sind: von weißer Kinderkleidung als Statussymbol bis zum neongelben Herrenanzug von 1968.
Zum 150. Geburtstag zeigt das Naturhistorische Museum Wien nicht seine schönsten Stücke, sondern die Frage, wie sie ins Haus gekommen sind. Kuratorin Anna E. Weinmann über Jagdrekorde, erzwungene Verkäufe und die Grenze zwischen gutem und bösem Sammeln.
Vergessen ist kein bloßer Verlust, sondern die Kehrseite des Erinnerns. Die Ausstellung „Alles vergessen“ im Jüdischen Museum Wien zeigt, wie Gesellschaften Vergangenheit speichern, verdrängen und wieder hervorholen – von der Waldheim-Affäre bis zum „Recht auf Vergessenwerden“.
Amoako Boafo malt Porträts Schwarzer Menschen aus seiner Community. 2024 hingen sie im Unteren Belvedere, wo sonst barocke Repräsentation regiert – eine Podcast-Serie über Kunst, Schwarze Identität und Black Joy.
Sind Pflanzen intelligent? Was bewirkt ein CO2-Zertifikat in Kenia? Und wie geht es der Prater-Au? Die dreiteilige Serie INTO THE WOODS begleitet die Ausstellung im Kunst Haus Wien – mit Künstler:innen und Forschenden der Universität für Bodenkultur.
Auf einem Porträt von Prinz Eugen steht eine Figur im Schatten des Feldherrn, der seinen Helm trägt. Wer ist diese Person? Historikerin Tayla Myree und Kunstvermittler Paul Walther führen im Belvedere zur Frage nach der Repräsentation von Schwarzen Menschen auf kunsthistorischen Bildern.
Ein Artwalk führt mit Kopfhörern über das Areal der ehemaligen Ankerbrotfabrik. Journalistin Jana Mack hat dort recherchiert – und ist auf einen Fanklub der Brotfabrik gestoßen und auf eine Geschichte, die vor Ort nirgends steht.
Eine Woche vor der Eröffnung sind die Räume der Landesgalerie Niederösterreich noch leer. Die Künstlerin Frenzi Rigling erzählt, warum ihre Arbeiten erst fertig sind, wenn Besucher:innen sich trauen, sie zu betreten.
An einer Wand hängen Fotopapiere in Rosa, Grau und Hellgrün, verfärbt vom Licht. „Mining Photography“ im Kunst Haus Wien erzählt die Geschichte der Fotografie über die Rohstoffe, aus denen ihre Bilder gemacht sind.
Über den Boden der Kunsthalle Wien liegen knallrote, zerknüllte Zettel verteilt. Co-Kuratorin Andrea Popelka über „Works of Heart“, die letzte Woche einer Ausstellung – und über Kunst, die schön aussieht und von Gewalt handelt.
„100 Missverständnisse über und unter Juden“: Die erste Ausstellung unter Direktorin Barbara Staudinger fragte, wie gut gemeinte Klischees über Juden und Jüdinnen entstehen – und wo das Jüdische Museum Wien selbst darauf hereingefallen ist.
Ein anonymer Brief, Hitler-Büsten aus dem Parlamentskeller, ein Puppenwagen aus einer Feldpostkiste: Das Haus der Geschichte Österreich fragte in einer Ausstellung, was mit den materiellen Überresten des Nationalsozialismus geschehen soll.
Gitterwände, dicht gehängte Bilder, halb ausgepackte Kisten: Die Ausstellung „Auf Linie“ im Wien Museum MUSA zeigt NS-Kunst bewusst wie im Depot – und macht sichtbar, wie ein Zwangssystem entschied, wer überhaupt Kunst machen durfte.
1973 prophezeite die Kronen Zeitung eine „Insel ohne Menschen“. Heute nutzen an heißen Tagen bis zu 200.000 Menschen die Donauinsel. Kuratorin Martina Nußbaumer erzählt im Wien Museum, wie aus Hochwasserschutz Freiraum wurde.
Mehr als 140.000 Amphibien und Reptilien in 40 Tonnen Alkohol, das älteste Präparat von 1804: Silke Schweiger führt durch die herpetologische Sammlung des Naturhistorischen Museums Wien.
War früher alles besser? Bioarchäologin Michaela Binder findet in Skeletten das Gegenteil: Spuren von Mangel, Schwerarbeit und Krankheit – bis hin zu einem rund 3000 Jahre alten Krebsbefund aus dem Sudan.
Mit achtzehn hielt Paul Kammerer 200 Tierarten in der elterlichen Wohnung, später hing seine ganze Theorie an einer einzigen Kröte. Klaus Taschwer über den berühmtesten Fälschungsfall der Biologie und eine Spur, die in ein antisemitisches Professorennetzwerk führt.
Warum Audio-Briefe lange vor WhatsApp Beziehungen über Kontinente hinweg trugen – und was ihre Erforschung über Migration, Technik und intime Nähe verrät. Im Projekt SONIME sammelt Eva Kapeller-Hallama die Stimmen von Ausgewanderten, Liebenden und Familien.
Die Kunsthistorikerin Stefanie Jovanovic-Kruspel liest das Naturhistorische Museum Wien als Kunstwerk – und erzählt von den 13 Frauen, die seine Geschichte mitgeschrieben haben, ohne dafür genannt zu werden.
In einem Gespräch mit dem Filmemacher Jörg Burger und Katrin Vohland, der Generaldirektorin des Naturhistorischen Museums Wien, ging es um nichts Geringeres als die Ordnung der Natur – und um die Frage, wie man die schiere Vielfalt eines Ortes wie dem NHM auf die Kinoleinwand bringen kann.
Ein Papyrus, kaum größer als ein A4-Blatt, enthält den Stoff für einen Politthriller: Anna Dolganov entziffert darin einen Prozess um fingierten Sklavenkauf, Steuerbetrug und womöglich verdeckten Widerstand gegen Rom.
1925 rollen im Südburgenland angeblich Kartoffeln die Kellerstiege hinauf. Irmi Wutscher und Anna Masoner haben recherchiert, warum eine Habsburger-Enkelin und ein Wiener Physiker das Dienstmädchen Wilma Molnar untersuchen ließen.
Der Kernbestand des Papyrusmuseums stammt aus einer antiken Mülldeponie in Ägypten. Direktor Bernhard Palme führt durch ein Haus voller Quittungen, Klatsch unter Soldaten und dem Zornesbrief einer betrogenen Ehefrau.
Im Bestattungsmuseum Wien geht es nicht nur um Klappsärge, Herzstichmesser und andere kuriose Objekte. Interessant ist vor allem, wie dort über eine Erfahrung gesprochen wird, die jeder kennt und doch kaum jemand erklären kann: den Tod.
Im Wotruba-Depot des Belvedere 21 dürfen die Skulpturen angegriffen werden. Bei der inklusiven Führung „Anders Sehen“ gehen blinde und sehende Besucher:innen gemeinsam durchs Museum – und merken, wie verschieden sich Abstraktion anfühlt.
Fünf Stockwerke, in jedem ein Gang im Kreis und 28 Türen: Eduard Winter führt durch den Narrenturm, der 1784 als Irrenanstalt gebaut wurde und heute rund 50.000 pathologisch-anatomische Präparate beherbergt.
Ist das der Freud oder doch Karl Renner? Zwischen Wachsfiguren im Wiener Prater erzählt Fußballtrainerin Irene Fuhrmann, warum sie erst mit 19 in einen Verein kam – und was in der Halbzeitpause wirklich passiert.
Ein Museum fast ohne Objekte, dafür voller Fragen: Barbara Stöckl dreht im Viktor Frankl Museum Tafeln um und öffnet Setzkästen – und spricht über Leid, Zweifel und darüber, warum „auf das Gute schauen“ alles andere als naiv ist.
Ein fast leerer weißer Saal, schwarze Platten am Boden: Im mumok erzählt Ali Mahlodji, warum er nach einem freien Nachmittag in diesem Haus sein eigenes Unternehmen verließ – und was er seither in Museen sucht.
Ein Bidet, das einmal als Verhütungsmittel galt, Kondome aus Schafdarm, Spiralen wie kleine Tierchen: Dragqueen Candy Licious geht durch das Museum für Verhütung und Schwangerschaftsabbruch – und erklärt, warum Drag mehr ist als ein Kostüm.
Er wollte Basketballspieler werden, tritt gelegentlich als Falco-Imitator auf und trinkt keinen Alkohol mehr: Felix Kramer geht durch die Austropop-Ausstellung im Theatermuseum Wien – und findet dort sein eigenes Genre nicht.
Ein Motor oder ein Christbaum? Vor der Nachkriegsabstraktion in der Albertina Modern rätselt Ursula Strauss – und stellt die Frage, die kein Wandtext beantwortet: Wann weiß eine Malerin, dass ein Bild fertig ist?
Ein Sarkophag in der Lieferanteneinfahrt, ein mumifiziertes Krokodil, ein Mann mit Dreitagebart, der aussieht wie George Clooney: Florian Klenk führt durch das Kunsthistorische Museum Wien – und rät, sich nur ein einziges Objekt anzusehen.
Der Kunsthistoriker Daniel Uchtmann verlässt das Kunsthistorische Museum Wien und sucht die sieben Todsünden in der Gegenwart – bei einem Kriegsreporter, einer Wrestlerin, einem Zenmeister. Daraus wurde ein zehnstündiges Hörbuch.
In acht Kapiteln führt die Audio-Tour „Turning the Page“ durch Darstellungen Schwarzer Menschen in der Barock- und Kolonialgeschichte. Historikerin Tayla Myree und die Kunstvermittlung des Belvedere zeigen, welche Werke der Sammlung von Schwarzer Geschichte erzählen.