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October 26, 2026
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Wien Museum

Otto Wagner in Wien: Seine Bauten und wo man sie sieht

Stadtbahn, Majolikahaus, Postsparkasse, Kirche am Steinhof: Otto Wagner hat Wien gebaut wie kaum ein anderer. Wo seine Bauten stehen, was man besichtigen kann – und was nie gebaut wurde.

Otto Wagner in Wien: Seine Bauten und wo man sie sieht
Wenzl Weis, Porträtfotografie Otto Wagner, 1911, Wien Museum · CC0, via Kulturpool

Wer in Wien U-Bahn fährt, an der Wienzeile spaziert oder auf die Baumgartner Höhe hinaufschaut, begegnet Otto Wagner. Kaum ein Architekt hat das Wien um 1900 so geprägt. Seine Bauten sind über die halbe Stadt verteilt, einige kann man besichtigen, andere nur von außen ansehen.

Otto Wagners Leben

Otto Wagner kam am 13. Juli 1841 in Penzing bei Wien zur Welt. Er studierte am Wiener Polytechnikum, an der Bauakademie in Berlin und an der Akademie der bildenden Künste in Wien. 1894 wurde er dort Professor und leitete eine Spezialschule für Architektur. Zu seinen Schülern gehörten Josef Hoffmann, Joseph Maria Olbrich und Jože Plečnik. 1902 erschien sein Buch „Moderne Architektur“.

Wagner starb am 11. April 1918 in Wien, im selben Jahr wie Gustav Klimt, Koloman Moser und Egon Schiele. Er liegt in einem Ehrengrab auf dem Hietzinger Friedhof. Das Wien Museum bewahrt viele seiner Pläne und Entwürfe auf. Über Kulturpool sind mehr als 1.200 Objekte mit Bezug zu Wagner aus dem Wien Museum online.

Die Stadtbahn

Von 1894 bis 1901 gestaltete Wagner die Wiener Stadtbahn, mit Brücken, Viadukten und Stationen. Viele davon nutzt heute die U-Bahn. Am bekanntesten sind die Pavillons am Karlsplatz; für den Kaiser entstand 1899 der Hofpavillon Hietzing. Dazu kommen Ingenieurbauten wie das Nussdorfer Wehr von 1898 und das Schützenhaus am Donaukanal von 1904 bis 1908.

Stadtbahnstation Karlsplatz, Otto-Wagner-Pavillon (Ost), Fotografie vom 31. Juli 1899.
Friedrich Strauß, Karlsplatz – Stadtbahnstation, Otto-Wagner-Pavillon (Ost), 31. Juli 1899. – Bild: Wien Museum, CC0, via Kulturpool

Die Wienzeilenhäuser

1898 und 1899 baute Wagner an der Linken Wienzeile drei Wohnhäuser, als sein eigener Bauherr. Am bekanntesten ist das Majolikahaus auf Nummer 40 mit seiner Fassade aus Blumenfliesen, daneben steht Nummer 38 mit goldenen Ornamenten von Koloman Moser.

Die Postsparkasse

In der Inneren Stadt steht die Postsparkasse, gebaut in zwei Etappen von 1903 bis 1906 und von 1910 bis 1912. Sie gilt als einer der Schlüsselbauten der Moderne in Wien.

Die Kirche am Steinhof und das Otto-Wagner-Areal

Von 1904 bis 1907 baute Wagner die Kirche am Steinhof für die psychiatrische Anstalt auf der Baumgartner Höhe, mit Glasfenstern nach Entwürfen von Koloman Moser und einer goldenen Kuppel. Das Gelände ist heute als Otto-Wagner-Areal bekannt, die Kirche ist ein Standort des Wien Museums.

Otto Wagner, Kirche St. Leopold am Steinhof, Wettbewerbsprojekt, Perspektive, 1902–1903.
Otto Wagner, Kirche St. Leopold am Steinhof, Wettbewerbsprojekt, Perspektive, 1902–1903. – Bild: Wien Museum, CC0, via Kulturpool

Die Wagner-Villen in Hütteldorf

In der Hüttelbergstraße baute Wagner zwei Villen für sich selbst: die Villa Wagner I von 1886 bis 1888 und daneben die Villa Wagner II von 1912 bis 1913. Die erste kaufte der Maler Ernst Fuchs 1972 und ließ sie restaurieren, seit 1988 ist sie das Ernst Fuchs Museum.

Was nie gebaut wurde

Ein großes Projekt blieb Papier: ein Kaiser-Franz-Josef-Stadtmuseum am Karlsplatz. Wagner legte über Jahre mehrere Entwürfe vor, darunter einen von 1909, keiner wurde verwirklicht. Heute steht am Karlsplatz das Wien Museum – und bewahrt seine Pläne.