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October 26, 2026
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Sisi Museum

Kaiserin Elisabeth (Sisi) in Wien: Wo man ihr heute begegnet

Sie zog sich vom Hof zurück, wann immer sie konnte – und ist doch Wiens bekannteste Kaiserin. Wo man Sisi heute begegnet: von der Augustinerkirche über die Hofburg bis zur Hermesvilla.

Kaiserin Elisabeth (Sisi) in Wien: Wo man ihr heute begegnet
Ludwig Angerer, Kaiserin Elisabeth von Österreich-Ungarn, um 1860, Wien Museum · CC0, via Kulturpool

Um 1860 fotografierte Ludwig Angerer Kaiserin Elisabeth. Sie war da Anfang zwanzig und seit sechs Jahren Kaiserin von Österreich. Bald zog sie sich vom Wiener Hof zurück und reiste, so oft sie konnte. Und doch ist „Sisi“ heute die bekannteste Kaiserin, die Wien je hatte – an vielen Orten der Stadt begegnet man ihr noch.

Von Bad Ischl in die Augustinerkirche

Elisabeth Amalie Eugenie kam am 24. Dezember 1837 in München zur Welt, als Tochter von Herzog Max in Bayern und Ludovika, einer Schwester von Erzherzogin Sophie, der Mutter Franz Josephs. Im August 1853 verlobte sie sich in Bad Ischl mit ihrem Cousin, dem jungen Kaiser. Gern wird erzählt, eigentlich sei ihre ältere Schwester Helene als Braut vorgesehen gewesen – zeitgenössische Belege dafür fehlen allerdings.

Am 24. April 1854 heirateten die beiden in der Augustinerkirche in Wien, Elisabeth war 16 Jahre alt. Das Paar bekam vier Kinder: Sophie, die mit zwei Jahren starb, Gisela, Kronprinz Rudolf und Marie Valerie. Bei der Erziehung setzte sich anfangs die Schwiegermutter Sophie durch, etwa bei der militärischen Ausbildung Rudolfs.

Die kaiserliche Familie auf der Schönbrunner Schlossterrasse, Gruppenfoto von Ludwig Angerer um 1860.
Ludwig Angerer, Die kaiserliche Familie auf der Schönbrunner Schlossterrasse, um 1860. – Bild: Wien Museum, CC0, via Kulturpool

Ungarn, Reisen und der eigene Körper

Elisabeth setzte sich für den Ausgleich mit Ungarn ein; am 8. Juni 1867 wurde das Paar in Ofen zum ungarischen Königspaar gekrönt. Schloss Gödöllő bei Budapest wurde ihr liebster Rückzugsort. Sie ritt, turnte und hielt strenge Diäten, besonders stolz war sie auf ihr langes Haar; ihre Taille soll nur 46 Zentimeter gemessen haben.

Sie schrieb Gedichte und verehrte Heinrich Heine. Sie reiste nach England, Irland und ins Osmanische Reich und immer wieder nach Korfu, wo sie sich 1889 bis 1891 das Achilleion bauen ließ.

Kaiserin Elisabeth mit ihrem Hund Horseguard, Fotografie von Emil Rabending um 1870.
Emil Rabending, Kaiserin Elisabeth mit Hund „Horseguard“, um 1870. – Bild: Wien Museum, CC0, via Kulturpool

Wo man Sisi in Wien begegnet

Ein Ort nur für sie ist die Hermesvilla im Lainzer Tiergarten, die Franz Joseph 1882 bis 1886 für Elisabeth bauen ließ, mit ihrem Turnzimmer und einem Schlafzimmer, dessen Ausmalung Hans Makart entwarf. In der Hofburg zeigt das Sisi Museum seit 2004 Kleider, Fächer, Sonnenschirme und Reisegepäck aus ihrem Besitz; am 19. November 2026 öffnet es erweitert neu. In der Kaiserlichen Wagenburg in Schönbrunn führt ein Sisi-Pfad durch die Sammlung.

Im Volksgarten steht das Kaiserin-Elisabeth-Denkmal. Hans Bitterlich schuf die 2,50 Meter hohe Marmorfigur, nach Entwürfen von Friedrich Ohmann steht sie vor einer halbrunden Wand und blickt auf einen Teich. Enthüllt wurde das Denkmal am 4. Juni 1907, im Beisein von Kaiser Franz Joseph.

Das Kaiserin-Elisabeth-Denkmal im Wiener Volksgarten, Ansichtskarte von 1908.
Carl Ledermann jun., Volksgarten – Kaiserin-Elisabeth-Denkmal, Ansichtskarte, 1908. – Bild: Wien Museum, CC0, via Kulturpool

Genf 1898 und der Mythos

Nach dem Tod ihres Sohnes Rudolf, der sich 1889 in Mayerling das Leben nahm, trug Elisabeth nur noch Schwarz. Am 10. September 1898 stieß ihr der italienische Anarchist Luigi Lucheni an der Uferpromenade in Genf eine spitz geschliffene Feile ins Herz. Sie bemerkte die Wunde zunächst kaum und starb wenig später. Am 17. September 1898 wurde sie in der Kapuzinergruft beigesetzt, ihr Sarkophag steht heute neben denen von Franz Joseph und Rudolf. Den Mantel, den man nach dem Attentat über sie legte, bewahrt das Sisi Museum auf.

Zur Legende wurde sie vor allem nach ihrem Tod. Die „Sissi“-Filme von Ernst Marischka mit Romy Schneider aus den Jahren 1955 bis 1957 prägen das Bild der Kaiserin bis heute. Ihr Spitzname war Sisi, die Schreibweise mit Doppel-s stammt aus Film und Operette.

Sisi Museum · Hofburg, Michaelerkuppel, 1010 Wien