Hier wurde er geboren, hier hatte er seine Ateliers, hier liegt er begraben: Gustav Klimt ist ohne Wien nicht zu denken, auch wenn er die Sommer am Attersee verbrachte. Wer seine Werke sehen will, muss allerdings durch die halbe Stadt. Sie sind auf das Belvedere, die Secession, das Wien Museum, das Leopold Museum und mehrere andere Häuser verteilt.
Klimts Leben in Wien
Gustav Klimt kam am 14. Juli 1862 in Baumgarten zur Welt, heute ein Teil von Penzing. Von 1876 bis 1883 studierte er mit einem Stipendium an der Kunstgewerbeschule. Danach gründete er mit seinem Bruder Ernst und Franz Matsch die Künstler-Compagnie, die große Aufträge für Theater und Museen übernahm. 1897 war er Mitbegründer der Wiener Secession und bis 1899 ihr erster Präsident.
Seine Deckenbilder für die Universität Wien – Philosophie, Medizin, Jurisprudenz – lösten einen Skandal aus. 1905 zog sich Klimt zurück und zahlte das Honorar zurück. Die drei Gemälde verbrannten 1945 auf Schloss Immendorf in Niederösterreich. 1908 zeigte er bei der Kunstschau den „Kuss“. Am 11. Jänner 1918 erlitt er einen Schlaganfall, am 6. Februar 1918 starb er an einer Lungenentzündung.
Belvedere: der Kuss und die Judith
Die weltweit größte Sammlung von Klimt-Gemälden besitzt das Belvedere: 24 Bilder. Im Oberen Belvedere hängt „Der Kuss“, dazu kommen die „Judith“ von 1901 und späte Porträts wie „Johanna Staude“.

Secession: der Beethovenfries
Für die Beethoven-Ausstellung der Secession 1902 malte Klimt den Beethovenfries direkt auf die Wände, nach Richard Wagners Deutung von Beethovens Neunter Symphonie. Der Fries ist rund 34 Meter lang und läuft über drei Wände. Er gehört zur Sammlung des Belvedere und hängt seit 1986 als Leihgabe wieder in der Secession, in einem eigens gebauten Klimaraum.
Wien Museum: Emilie Flöge und Pallas Athene
Im Wien Museum am Karlsplatz hängen das Bildnis Emilie Flöge und „Pallas Athene“. Das Museum besitzt mit 411 Blättern außerdem die größte Sammlung von Klimt-Zeichnungen der Welt. Aus konservatorischen Gründen sind sie nicht dauerhaft ausgestellt.
Leopold Museum, KHM, Burgtheater, MAK, Albertina
Im Leopold Museum hängt das späte Hauptwerk „Tod und Leben“. Im Stiegenhaus des Kunsthistorischen Museums stammen 11 der 40 Zwickel- und Interkolumnienbilder von Klimt, die übrigen von seinem Bruder Ernst und Franz Matsch. Im Burgtheater zeigt ein eigener Klimt-Raum bei Führungen Entwurfskartons für die Deckenbilder der Feststiegen, die erst Ende der 1990er-Jahre am Dachboden gefunden wurden – darunter Klimts einziges Selbstporträt.
Das MAK besitzt neun Werkzeichnungen für den Stoclet-Fries, die Klimt zwischen 1905 und 1909 für das Palais Stoclet in Brüssel schuf, gemeinsam mit Josef Hoffmann. In der Albertina hängen die „Nixen (Silberfische)“. Die „Nuda Veritas“ von 1899 gehört dem Theatermuseum, das bis Dezember 2026 wegen Renovierung geschlossen ist.
Klimt-Villa und Grab
Sein letztes Atelier hatte Klimt von 1911 bis zu seinem Tod in der Feldmühlgasse 11 in Hietzing. Hier entstanden über fünfzig Gemälde. Das Gartenhaus wurde später überbaut, heute ist es die Klimt-Villa. Begraben ist Klimt nicht weit davon, auf dem Hietzinger Friedhof.
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