Grün gestrichenes Eisen, weiße Marmorplatten, goldenes Ornament: Die zwei kleinen Pavillons am Karlsplatz gehören zu den bekanntesten Bauten der Wiener Moderne. Otto Wagner entwarf sie als Eingänge zur Stadtbahnstation Karlsplatz. Die Fotos im Wien Museum zeigen sie schon 1899 fertig.
Die Stadtbahn als Gesamtkunstwerk
Von 1894 bis 1901 gestaltete Wagner die Wiener Stadtbahn, von den Brücken bis zu den Stationsgebäuden. Am Karlsplatz setzte er Marmorplatten in ein sichtbares Eisengerippe, reich verziert. Der Schmuck sollte zeigen, wie wichtig dieser Verkehrsknoten war. Für den Kaiser baute er 1899 in Hietzing sogar einen eigenen Stadtbahn-Pavillon, den Hofpavillon.

Fast abgerissen
Mit dem Bau der U-Bahn wurden die Pavillons zum Problem. Es gab Pläne, sie abzureißen. Stattdessen wurden sie in den 1970er-Jahren abgetragen und danach etwas höher wieder aufgestellt. Heute fährt unter ihnen die U4.
Was heute drin ist
Im westlichen Pavillon zeigt das Wien Museum eine Dokumentation zu Wagners Leben und Werk, auf drei Räumen im Erdgeschoss. Geöffnet ist von Mai bis September, freitags bis sonntags. Im östlichen Pavillon ist ein Café.
Am Karlsplatz wollte Wagner auch ein großes Projekt verwirklichen: ein Kaiser-Franz-Josef-Stadtmuseum. Er legte mehrere Entwürfe vor, auch noch 1909, gebaut wurde keiner. Mehr über seine Bauten: Otto Wagner in Wien.
Otto-Wagner-Pavillon Karlsplatz · Karlsplatz, 1040 Wien. Eintritt 6 Euro, ermäßigt 5 Euro, unter 19 und am ersten Sonntag im Monat frei. Von Oktober bis April Winterpause.
IM MUSEUM

