Objekte
April 4, 2022
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Karikaturmuseum Krems

Verlassene Ehemänner von Manfred Deix

Manfred Deix’ Serie über verlassene Ehemänner im Karikaturmuseum Krems zeigt Männer nach dem Zusammenbruch ihrer Welt: mit einem Achterl und leerem Blick, in den Armen der Mutter, in trotziger Maßlosigkeit.

Verlassene Ehemänner von Manfred Deix
Bild: Manfred Deix

Bilder, die so derb und ehrlich sind, dass sie unweigerlich Lachen auslösen – oder Nachdenken. Manfred Deix illustrierte schonungslos und widmete sich in diesem Werk den Abgründen des männlichen Seins. Seine Serie über verlassene Ehemänner zeigt Tragödie und Komödie des Verlassenseins.

Da ist der einsame Mann, der mit einem Achterl Rotwein und leerem Blick vor sich hin vegetiert. Oder der, der sich in die Arme seiner Mutter flüchtet, unfähig, der Realität ins Auge zu sehen. Die Figuren sind Karikaturen und trotzdem real. Sie zeigen, was passiert, wenn die patriarchale Fassade bröckelt und die Männerwelt in sich zusammenstürzt.

Dazu kommt eine anarchische Seite: die sexuelle Maßlosigkeit, die hemmungslose Trunksucht. Männer, die sich in ihrer Verzweiflung in die Flucht nach vorn stürzen – mit all den peinlichen und tragischen Konsequenzen. Die Aquarelle sind roh, direkt und präzise gearbeitet.

Deix’ Kunst provoziert, polarisiert und zwingt zur Auseinandersetzung. Genau das macht sie unbequem. Seine Werke sind nicht nur ein Spiegel der Gesellschaft, sondern auch ein Kommentar zu Geschlechterrollen, die alle betreffen.