Aktuelle und vergangene Ausstellungen in Wiens Museen – besprochen mit den Menschen, die sie gemacht haben.
Die Kuratorin Michaela Lindinger zeigt, warum Modefarben nie bloß Dekor sind. Von weißer Kinderkleidung als Statussymbol bis zu „Mauve“ und einem neongelben Herrenanzug von 1968 erzählt die Modesammlung des Wien Museums Sozialgeschichte in Stoffen.
Vergessen ist kein bloßer Verlust, sondern die Kehrseite des Erinnerns. Die Ausstellung „Alles vergessen“ im Jüdischen Museum Wien zeigt, wie Gesellschaften Vergangenheit speichern, verdrängen und wieder hervorholen – von der Waldheim-Affäre bis zum „Recht auf Vergessenwerden“.
Amoako Boafo malt Porträts Schwarzer Menschen aus seiner Community. 2024 hingen sie im Unteren Belvedere, wo sonst barocke Repräsentation regiert – eine Podcast-Serie über Kunst, Schwarze Identität und Black Joy.
Sind Pflanzen intelligent? Was bewirkt ein CO2-Zertifikat in Kenia? Und wie geht es der Prater-Au? Die dreiteilige Serie INTO THE WOODS begleitet die Ausstellung im Kunst Haus Wien – mit Künstler:innen und Forschenden der Universität für Bodenkultur.
Auf einem Porträt von Prinz Eugen hält eine Figur im Schatten den Helm des Feldherrn. Historikerin Tayla Myree und Kunstvermittler Paul Walther führen im Belvedere zu den Schwarzen Figuren, an denen die meisten vorbeigehen.
Ein Artwalk führt mit Kopfhörern über das Areal der ehemaligen Ankerbrotfabrik. Journalistin Jana Mack hat dort recherchiert – und ist auf einen Fanklub der Brotfabrik gestoßen und auf eine Geschichte, die vor Ort nirgends steht.
Eine Woche vor der Eröffnung sind die Räume der Landesgalerie Niederösterreich noch leer. Die Künstlerin Frenzi Rigling erzählt, warum ihre Arbeiten erst fertig sind, wenn Besucher:innen sich trauen, sie zu betreten.
An einer Wand hängen Fotopapiere in Rosa, Grau und Hellgrün, verfärbt vom Licht. „Mining Photography“ im Kunst Haus Wien erzählt die Geschichte der Fotografie über die Rohstoffe, aus denen ihre Bilder gemacht sind.
Über den Boden der Kunsthalle Wien liegen knallrote, zerknüllte Zettel verteilt. Co-Kuratorin Andrea Popelka über „Works of Heart“, die letzte Woche einer Ausstellung – und über Kunst, die schön aussieht und von Gewalt handelt.
„100 Missverständnisse über und unter Juden“: Die erste Ausstellung unter Direktorin Barbara Staudinger fragte, wie gut gemeinte Klischees über Juden und Jüdinnen entstehen – und wo das Jüdische Museum Wien selbst darauf hereingefallen ist.
Ein anonymer Brief, Hitler-Büsten aus dem Parlamentskeller, ein Puppenwagen aus einer Feldpostkiste: Das Haus der Geschichte Österreich fragte in einer Ausstellung, was mit den materiellen Überresten des Nationalsozialismus geschehen soll.
Gitterwände, dicht gehängte Bilder, halb ausgepackte Kisten: Die Ausstellung „Auf Linie“ im Wien Museum MUSA zeigt NS-Kunst bewusst wie im Depot – und macht sichtbar, wie ein Zwangssystem entschied, wer überhaupt Kunst machen durfte.