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April 18, 2022
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hdgö

Das Ende von Fucking – eine Ortstafel mit Weltruhm

Die Ortstafel von Fucking hängt heute im Haus der Geschichte Österreich. Warum sich das oberösterreichische Dorf Ende 2020 in Fugging umbenannte und was der Spott aus dem Netz mit den Menschen vor Ort gemacht hat.

Das Ende von Fucking – eine Ortstafel mit Weltruhm
Foto: Lorenz Paulus / hdgö

Die Ortstafel von Fucking, einem kleinen Dorf in Oberösterreich, ist mehr als nur ein Stück Blech. Heute hängt sie im Haus der Geschichte Österreich, umgeben von den Geschichten, die sie miterlebt hat. Ein Schild, das einst einen ganzen Ort weltberühmt machte, steht für die Macht der Bilder und die Herausforderungen der Demokratie im digitalen Zeitalter.

Fucking, oder besser gesagt „Fugging“, wie es heute geschrieben wird, war lange Zeit ein Magnet für internationale Scherzkekse und Tourist:innen. Die alte Schreibweise mit „CK“ war eine Einladung zu Missverständnissen und Witzen, die von der britischen Comedy-Show bis zu Social-Media-Posts reichten. Doch der Ruhm hatte seine Schattenseiten. Trotz aller Bemühungen, sie zu sichern, wurde die Ortstafel mehrfach gestohlen.

Die digitale Welt machte es nicht leichter. YouTube, Instagram und Co. verwandelten das Dorf in eine Bühne, auf der die Grenzen zwischen Spaß und Respektlosigkeit verschwammen. Tourist:innen drangen in die Privatsphäre der Einwohner:innen ein, filmten und fotografierten sie ohne Rücksicht. Endgültig zu weit ging es, als selbst Kinder auf ihrem Schulweg belästigt wurden. Was als harmloser Jux begann, wurde zum ernsten Problem für die Gemeinde.

Ende 2020 zog sie die Reißleine und beschloss die Umbenennung. Mit 1. Jänner 2021 wurde aus Fucking Fugging. Die Hoffnung war, dass der neue Name die Ruhe zurückbringen würde. Die alte Ortstafel fand ihren Platz im Museum, wo sie weiterhin Besucher:innen anzieht – ohne dass dabei die Dorfbewohner:innen gestört werden. Ein Selfie vor der Tafel ist damit immer noch möglich.