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October 28, 2026
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Wien Museum

Wo liegt Falco begraben? Sein Grab und der Anzug, den eine Regenmaschine ruinierte

Beim Videodreh zu „Brillantin' Brutal'“ ruinierte eine Regenmaschine Falcos Anzug von Helmut Lang. Heute ist er im Wien Museum zu sehen, Falco liegt auf dem Zentralfriedhof, Gruppe 40, Nummer 64.

Wo liegt Falco begraben? Sein Grab und der Anzug, den eine Regenmaschine ruinierte
Helmut Lang, Bühnenanzug für Falco (Johann Hölzel), Sakko, 1984, Wien Museum · Foto: Birgit und Peter Kainz, CC BY, via Kulturpool

Es regnet, aber nur aus einer Maschine. Falco steht im silbergrauen Anzug von Helmut Lang vor der Kamera, gedreht wird das Video zu „Brillantin' Brutal'“, einem Lied von seinem Album „Junge Roemer“ aus dem Jahr 1984. Nach dem Dreh war der Anzug ruiniert, die Hosenbeine waren einige Zentimeter zu kurz. Gekauft hatte ihn der Musiker um 35.000 Schilling. So erzählte es der ORF, als der Anzug im Herbst 2026 in eine Ausstellung kam.

Zu sehen ist er im Wien Museum am Karlsplatz: Sakko und Hose, datiert 1984, bis 28. März 2027 in der Modeausstellung „Farbenspiel“. Falco selbst liegt auf dem Wiener Zentralfriedhof begraben, in einem ehrenhalber gewidmeten Grab in der Gruppe 40, Nummer 64. Zwischen dem Anzug und dem Grab liegt die Geschichte eines Wiener Buben, der sich eine Kunstfigur erfand.

Hans Hölzel und die Kunstfigur Falco

Johann Hölzel kam am 19. Februar 1957 in Wien zur Welt, in Margareten. Er war der einzige Überlebende von Drillingen. Unter dem Namen Falco wurde er in den 1980er-Jahren zum Popstar. Für diese Kunstfigur war Mode enorm wichtig, zu ihr gehörten Designeranzüge und gegelte Haare. Sein Lieblingsdesigner war Helmut Lang.

1984 erschien „Junge Roemer“, zwei Wochen später stand das Album in Österreich auf Platz eins. Der ORF verfilmte alle Lieder für die Sendung „Falco – Helden von heute“. Im selben Jahr trat Falco in der deutschen Musiksendung „Formel Eins“ in einem psychedelisch gemusterten Anzug auf. 1986 stand „Rock Me Amadeus“ drei Wochen lang auf Platz eins der amerikanischen Billboard-Charts.

Ein Schneider aus Wien

Helmut Lang, 1956 in Wien geboren, war damals noch kein Weltstar der Mode. Ende der 1970er-Jahre hatte er in Wien ein eigenes Atelier eröffnet, er nähte Kleidung nach Maß. Seine erste Modenschau zeigte er 1986 in Paris, im Centre Pompidou, im Rahmen einer Ausstellung über Wien von 1880 bis 1939. In den 1990er-Jahren wurde er zu einem der prägenden Modedesigner seiner Zeit. 2005 zog er sich aus der Mode zurück und arbeitet seither als bildender Künstler in New York. 2011 schenkte er dem MAK ein Archiv mit rund 10.000 Objekten.

Hose des zweiteiligen Bühnenanzugs von Helmut Lang für Falco, 1984, Wien Museum
Helmut Lang, Bühnenanzug für Falco (Johann Hölzel), Hose, 1984. – Bild: Birgit und Peter Kainz, Wien Museum, CC BY, via Kulturpool

Der Anzug für Falco stammt also aus Langs Wiener Jahren, bevor er international bekannt wurde. Die Ausstellung „Farbenspiel“ zeigt rund 350 Stücke aus vier Jahrhunderten, geordnet nach Farben, kuratiert von Michaela Lindinger und Regina Karner.

Wo liegt Falco begraben?

Am 6. Februar 1998 stieß Falcos Geländewagen in der Dominikanischen Republik, zwischen Villa Montellano und Puerto Plata, mit einem Bus zusammen. Er war sofort tot, 40 Jahre alt. Sein Leichnam wurde nach Wien gebracht. Beim Begräbnis auf dem Zentralfriedhof trauerten mehr als 4.000 Menschen. Den Sarg trugen Mitglieder des Motorradclubs Outsider Austria, die 1985 im Video zu „Rock Me Amadeus“ mitgespielt hatten.

Das Grab liegt in der Gruppe 40, Nummer 64. Am besten erreicht man es vom Haupteingang, Tor 2: die Hauptallee entlang Richtung Friedhofskirche und beim Rondeau links zur Gruppe 40. Das Grabmal besteht aus drei Teilen. Ein Obelisk heißt „Falco – der Künstler“, eine Säule „Falco – der Mensch“, und eine Platte aus durchsichtigem, kugelsicherem Glas „Falco – das Werk“. Auf das Glas ist ein lebensgroßes Porträt aus der „Nachtflug“-Tournee gedruckt, dazu Falcos Unterschrift und die Namen seiner bekanntesten Lieder. Den steinernen Teil schuf der Steinmetz Erwin Zechmeister. Ein Duplikat der Glasplatte, angefertigt als Ersatz für den Fall von Verlust, Beschädigung oder Vandalismus, wurde nie gebraucht und 2004 versteigert.

Wie die Stadt mit ihren Toten umgeht und wie aus dem ungeliebten Gräberfeld vor der Stadt ein Ehrenfriedhof wurde, erzählt unser Dossier zum Wiener Zentralfriedhof. Gleich beim Tor 2 liegt das Bestattungsmuseum.

Der Künstler, der Mensch und der Anzug

Auf dem Grab hat Falco drei Teile: den Künstler, den Menschen, das Werk. Das Wien Museum führt den Anzug unter beiden Namen, „Falco (Johann Hölzel)“. Getragen hat ihn die Kunstfigur, im Regen aus der Maschine. Seither sind seine Hosenbeine ein paar Zentimeter zu kurz.

Das Wien Museum am Karlsplatz ist Dienstag bis Sonntag geöffnet, Montag ist geschlossen. Die Dauerausstellung ist frei, für „Farbenspiel“ braucht es ein Ticket. Die Öffnungszeiten des Zentralfriedhofs wechseln mit der Jahreszeit. Der Haupteingang, Tor 2, liegt an der Simmeringer Hauptstraße 234, 1110 Wien.

Wien Museum · Karlsplatz 8, 1040 Wien