Josephinum
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Am 7. November 1785 wurde an der Währinger Straße die neue Akademie für Militärchirurgen eingeweiht. Johann Hieronymus Löschenkohl hielt die Feier in einem Kupferstich fest, der Hörsaal ist darauf bis auf den letzten Platz besetzt. Löschenkohl machte aus Wiener Ereignissen schnell Bilder für den Verkauf, von ihm stammt auch „Theresiens letzter Tag“ zum Tod von Josephs Mutter Maria Theresia.

Das Josephinum errichtete Hofarchitekt Isidor Canevale für die militärchirurgische Akademie, mit der Joseph II. die medizinische Ausbildung in der Monarchie vereinheitlichen wollte. Die Idee dazu hatte Giovanni Alessandro Brambilla, der Leibchirurg des Kaisers; er leitete die Akademie bis 1795.
Was hat es mit den Wachsmodellen auf sich?
Für den Unterricht ließ Joseph II. bei Wachsbildhauern in Florenz 1.192 Wachsmodelle bestellen, für rund 30.000 Gulden. Ab 1786 lernten die angehenden Ärzte an ihnen, zu sehen bekam sie aber auch das interessierte Publikum. Die anatomischen und geburtshilflichen Wachsmodelle sind bis heute der Kern der Sammlung.
Was ist heute im Josephinum?
Die Akademie wurde 1874 aufgelassen. Heute zeigt das Haus die medizinhistorischen Sammlungen der Medizinischen Universität Wien, nach einer Renovierung ist es seit September 2022 wieder offen. Zu den Wachsmodellen kommen medizinische Instrumente aus allen Fachgebieten, Gemälde und Fotografien aus der Sammlung Max Neuburger, Archivalien und die Zweigbibliothek für Medizingeschichte. Die Dauerausstellung spannt den Bogen von den Wiener Medizinischen Schulen über die NS-Zeit bis zur Hochtechnologiemedizin; rund 17.700 Objekte sind online katalogisiert.
Ein paar Gehminuten entfernt, auf dem Campus Altes AKH, steht mit dem Narrenturm ein zweiter Bau, den Joseph II. für die Medizin errichten ließ.
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