Maria Theresia: Ihr Leben in 12 Bildern

Jacob Matthias Schmutzer nach Joseph Ducreux, Kaiserin Maria Theresia als Witwe, 1770. Albertina, Wien, Public Domain
Maria Theresia, geboren am 13. Mai 1717 in Wien, regierte von 1740 bis zu ihrem Tod 1780 die habsburgischen Länder. Sie führte Kriege um ihr Erbe, bekam 16 Kinder und reformierte den Staat bis hinunter zur Schule.
Die folgenden zwölf Bilder aus dem Wien Museum, der Albertina, dem MAK und dem museumOrth in Orth an der Donau erzählen von ihrer Hochzeit, den Krönungen und Kriegen, ihren Kindern und ihrem Tod und davon, wie man sich später an sie erinnern wollte.
War Maria Theresia Kaiserin?
Zur Kaiserin gekrönt wurde sie nie. Regiert hat sie als Erzherzogin von Österreich und als Königin von Ungarn und Böhmen. Als ihr Mann Franz Stephan 1745 Kaiser wurde, nannte sie sich „Römische Kaiserin“, und so wurde sie auch genannt. Den Titel „Kaiserin von Österreich“ gibt es erst seit 1804.
Wie viele Kinder hatte Maria Theresia?
Sechzehn, geboren zwischen 1737 und 1756. Sechs von ihnen starben noch zu ihren Lebzeiten. Zu den bekanntesten zählen Joseph II., ab 1765 Kaiser und Mitregent seiner Mutter, und Marie Antoinette, die Königin von Frankreich wurde.
Was hat Maria Theresia verändert?
Eine der folgenreichsten Reformen war die Allgemeine Schulordnung vom 6. Dezember 1774. Sie führte in den habsburgischen Erblanden die allgemeine Unterrichtspflicht ein.
Wann starb Maria Theresia?
Am 29. November 1780 in Wien. Begraben wurde sie in der Kapuzinergruft, in einem Doppelsarkophag neben ihrem Mann. Balthasar Ferdinand Moll hatte ihn schon 1753 geschaffen, als beide noch lebten.
Am Hohen Markt in Wien kommt sie bis heute jeden Tag vorbei: Um 11 Uhr zieht sie mit Franz Stephan als Figur über die Ankeruhr, begleitet von einem Menuett von Mozart.
Die Bilder
Die Hochzeit von 1736

Elias Baeck, 1736. Wien Museum, CC0
Am 12. Februar 1736 heiratete Maria Theresia, die älteste Tochter Kaiser Karls VI., Franz Stephan von Lothringen. Elias Baeck hielt das Fest auf einem Blatt fest: oben die Trauung in der Augustinerkirche, in der Mitte die Bildnisse des Paares, unten das Hochzeitsmahl.
Dass eine Tochter erben konnte, hatte ihr Vater mit der Pragmatischen Sanktion von 1713 geregelt. Gebraucht wurde die Regelung 1740: Karl VI. starb ohne lebenden Sohn.
Die Erbhuldigung im Stephansdom

Gustav Adolf Müller und Andreas Altomonte, 1740. Wien Museum, CC0
Wenige Wochen nach dem Tod ihres Vaters, am 22. November 1740, huldigten die niederösterreichischen Stände der neuen Herrscherin. Das Blatt zeigt das Hochamt im Stephansdom: den hohen gotischen Chor, den Hochaltar, davor dicht gedrängt die Würdenträger.
Nicht alle erkannten die Pragmatische Sanktion an. Preußen und Bayern griffen nach Teilen des Erbes, es begann der Österreichische Erbfolgekrieg. Er dauerte bis 1748.
Maria Theresia mit der Stephanskrone

Franz Leopold Schmittner, um 1741. Wien Museum, CC0
Am 25. Juni 1741 wurde Maria Theresia in Pressburg, dem heutigen Bratislava, zur Königin von Ungarn gekrönt. Franz Leopold Schmittner zeigt sie zu Pferd, die ungarische Stephanskrone auf dem Kopf und das Schwert erhoben. Vor ihr kniet ein Mann mit einem Wappenschild.
Formal trug sie in Ungarn den Titel König, eine weibliche Form dafür gab es nicht.
Die Krönung in Prag

Elias Baeck, 1743. Wien Museum, CC0
Zwei Jahre später folgte Böhmen: Am 12. Mai 1743 wurde Maria Theresia im Prager Veitsdom zur Königin von Böhmen gekrönt. Elias Baeck zeigt einen Moment der Zeremonie: Der Königin wird ein am Altar gesegneter goldener Ring an den Finger der rechten Hand gesteckt.
Gekrönt hat sie nicht der Prager Erzbischof, sondern der Olmützer Fürstbischof Jakob Ernst von Liechtenstein-Kastelkorn. Der Prager Erzbischof hatte 1741 dem bayerischen Gegenkönig Karl Albrecht gehuldigt.
Eine Verordnung von 1752

Verordnung, 1752. museumOrth, CC0
So beginnt ein Gesetz aus ihrer Regierungszeit: „Wir Maria Theresia von Gottes Gnaden Römische Kayserin“, gefolgt von einer langen Reihe von Titeln, Königin zu Hungarn, Böheim, Dalmatien, Croatien, Erzherzogin zu Oesterreich und so fort. Die achtseitige Verordnung ist am 12. Juni 1752 in der „Residenz-Stadt Wienn“ ausgestellt und mit ihrem Namen unterzeichnet.
Den Titel Kaiserin führte sie, seit ihr Mann 1745 Kaiser geworden war. Gekrönt wurde sie dazu nie.
Marmorbüste von Franz Xaver Messerschmidt

Ludwig Angerer, vor 1867. MAK, Public Domain
Eine Büste der Kaiserin aus Carrara-Marmor von Franz Xaver Messerschmidt, fotografiert vor 1867 von Ludwig Angerer. Messerschmidt arbeitete in den 1760er-Jahren für den Wiener Hof und schuf Büsten, Reliefs und Statuen der kaiserlichen Familie, darunter eine rund zwei Meter hohe Statue aus einer Zinnlegierung, die Maria Theresia als Königin von Ungarn zeigt. Sie steht heute im Belvedere.
Berühmt wurde er mit etwas ganz anderem: mit grimassierenden Köpfen, die er in seinen letzten Jahren schuf. Von den 69 Köpfen, die nach seinem Tod in seiner Werkstatt standen, wurden 49 als „Charakterköpfe“ bekannt, viele davon sind heute im Belvedere.
Allegorie auf das Kaiserpaar

Franciscus Mayer und Johann Georg Mansfeld, 1758. MAK, Public Domain
Ein Doppeladler mit dem gekrönten Wappen schwebt über einer Schlacht, Blitze fahren aus den Wolken, links erscheinen die Bildnisse des Kaiserpaares. Entworfen hat das Blatt Franciscus Mayer, gestochen Johann Georg Mansfeld, 1758 in Wien.
1758 war Krieg: Im Siebenjährigen Krieg kämpfte Maria Theresia gegen Preußen um Schlesien, das sie im Erbfolgekrieg verloren hatte. Der Krieg endete 1763 mit dem Frieden von Hubertusburg, Schlesien blieb preußisch.
Maria Theresia als Witwe

Jacob Matthias Schmutzer, 1770. Albertina, Wien, Public Domain
Am 18. August 1765 starb Franz Stephan in Innsbruck. Maria Theresia trug von da an nur noch schwarze Witwenkleidung. So zeigt sie dieser Kupferstich von Jacob Matthias Schmutzer aus dem Jahr 1770: mit schwarzem Schleier, ernstem Blick und einem Orden an der Brust.
Die Vorlage malte Joseph Ducreux. Der französische Maler war 1769 nach Wien gekommen, um Marie Antoinette, die jüngste Tochter, für ihren künftigen Bräutigam in Frankreich zu porträtieren.
Ein Blatt auf die Nachkommen

Ignaz Wallter und Johann Joseph von Hauer, 1771. Wien Museum, CC0
Ein Blatt auf Maria Theresias Nachkommen, 1771 gestochen: unter einem Adler zwei runde Medaillons, darunter eine lange lateinische Inschrift. Mit 16 Kindern war die Familie auch Politik: Töchter wurden an andere Höfe verheiratet, Marie Antoinette 1770 nach Frankreich.
Sechs ihrer Kinder starben noch zu ihren Lebzeiten. Ihr ältester Sohn Joseph II. wurde nach dem Tod des Vaters Kaiser und regierte ab 1765 gemeinsam mit der Mutter.
Theresiens letzter Tag

Johann Hieronymus Löschenkohl, 1781. Wien Museum, CC0
Am 29. November 1780 starb Maria Theresia in Wien. Schon im Jahr darauf brachte Johann Hieronymus Löschenkohl dieses Blatt heraus: „Theresiens letzter Tag“. Familie und Hof stehen als schwarze Silhouetten im Zimmer, links sitzt die Sterbende im Lehnstuhl.
Löschenkohl war 1780 nach Wien gekommen und hatte am Hohen Markt ein Geschäft eröffnet. Mit aktuellen Bildern vom Hof wurde er erfolgreich, manche seiner Kupferstiche verkauften sich bis zu siebentausendmal.
Im Atelier des Hofmalers Meytens

Franz Zastiera und Carl Johann Hemerlein, 1850. Wien Museum, CC0
Siebzig Jahre nach ihrem Tod ist Maria Theresia eine Figur der Erinnerung. Dieses Blatt von 1850 zeigt sie jung, im hellen Kleid, mit ihren Söhnen Joseph und Leopold im Atelier des Hofmalers Martin van Meytens, der an der Staffelei arbeitet.
Meytens hat sie oft gemalt. Ob es diesen Atelierbesuch so gab, verrät das Blatt nicht. Es zeigt einen Blick ins Familienleben, wie ihn das 19. Jahrhundert liebte.
Am Sterbebett eines armen Familienvaters

H. Hunin und Eduard Friedrich Leybold, 1861. Albertina, Wien, Public Domain
Maria Theresia als Landesmutter: Auf dieser großen Lithografie von 1861 steht sie in einer ärmlichen Stube am Sterbebett eines Familienvaters, um sie herum seine Frau und die Kinder. Gemalt hat die Szene H. Hunin, lithografiert Eduard Friedrich Leybold.
Ob es diesen Besuch je gab, sagt das Bild nicht. Es zeigt vor allem, wie man sich die Herrscherin achtzig Jahre nach ihrem Tod vorstellen wollte: mütterlich und den Armen nahe.
IM MUSEUM