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April 15, 2021
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TMW

Der Lohner-Porsche: Ein Elektroauto von 1900

Goldmedaille auf der Pariser Weltausstellung 1900, Motoren in den Vorderrädern, 35 km/h: Der Lohner-Porsche im Technischen Museum Wien zeigt, wie früh das Elektroauto schon einmal gewonnen hatte.

Der Lohner-Porsche: Ein Elektroauto von 1900
Bild: Urheber:in unbekannt

Der Lohner-Porsche im Technischen Museum Wien ist ein Relikt aus einer Zeit, als der Kampf um die Zukunft der Mobilität noch nicht an die Öl-Lobby verloren war. 1900 gewann er auf der Weltausstellung in Paris die Goldmedaille. Die elegante Lohnerkutsche, bekannt für ihre bequeme Polsterung und den sanften Lauf, war ein Durchbruch für den Elektroantrieb. Ludwig Lohner stammte aus einer bekannten Wiener Kutschenbauerfamilie und hatte sich gegen die etablierten Dampfantriebe und die unzuverlässigen Benzinmotoren entschieden. Stattdessen setzte er auf die saubere, ruhige Technik der Elektromotoren.

Der Lohner-Porsche war ein Stadtfahrzeug, ein Statussymbol für die Promenade am Sonntag. Vorne saßen die Herrschaften, hinten die Diener. Warum die Innenpolmotoren ausgerechnet in den Vorderrädern saßen, obwohl das Lenken dadurch schwerer wurde, ist eine eigene Frage. Vermutlich war es der Gewohnheit geschuldet, dass ein Pferd zieht und nicht schiebt.

Ein 44-zelliger Bleiakku brachte ihn angeblich bis zu 50 Kilometer weit. Schneller als 35 km/h wurde er nicht – für 1900 ein hoher Wert. Solche Elektrofahrzeuge dienten nicht nur privaten Zwecken, sondern auch als Flottenfahrzeuge für Feuerwehr und Post. In Berlin fuhren über 100 elektrische Droschken mit austauschbaren Akkus – ein System, das heute wieder diskutiert wird.

Warum setzte sich der Elektroantrieb damals nicht durch? Die Reichweite war ein Problem, dazu kam das Verlangen nach Abenteuer, das Benzinautos versprachen. Viele Eigenschaften des Lohner-Porsche übernahmen die Benzinautos dennoch.