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October 26, 2026
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Schloss Hof

Schloss Hof: Prinz Eugens Jagdschloss und Maria Theresias Kauf

Drei Tage Fest, damit die Kaiserin kauft: wie Schloss Hof im Marchfeld von Prinz Eugen zu Maria Theresia kam, verfiel und nach Bellottos Bildern wieder aufgebaut wurde.

Schloss Hof: Prinz Eugens Jagdschloss und Maria Theresias Kauf
Ferdinand Runk, Johann Ziegler, Ansicht von Schlosshof, um 1810, Albertina · Public Domain, via Kulturpool

1754 wurde in Schloss Hof drei Tage lang gefeiert, mit allem, was ein barockes Fest zu bieten hatte. Ehrengäste waren Maria Theresia und ihr Mann Franz Stephan. Der Gastgeber, Prinz Joseph Friedrich von Sachsen-Hildburghausen, hatte einen handfesten Grund für den Aufwand: Er wollte ihnen das Schloss verkaufen.

Es hat funktioniert. 1755 kaufte Maria Theresia Schloss Hof und das benachbarte Schloss Niederweiden um 400.000 Gulden und schenkte beide ihrem Mann. Gebaut hatte das Schloss aber ein anderer.

Prinz Eugens Jagdschloss

1725 kaufte der 62-jährige Feldherr Prinz Eugen von Savoyen im Marchfeld ein vierflügeliges Kastell aus dem 17. Jahrhundert. Johann Lucas von Hildebrandt, der für ihn auch das Belvedere in Wien baute, machte daraus ein barockes Jagdschloss und erweiterte es um zwei Flügel zum Ehrenhof. Bis zu Eugens Tod 1736 arbeiteten mehr als 800 Handwerker an der Anlage. Hierher zog sich der Prinz mit Freunden zurück, feierte Geburtstage und ging auf die Jagd. 1726 kaufte er auch das nahe Schloss Niederweiden dazu, das Fischer von Erlach für Graf Ernst Rüdiger von Starhemberg entworfen hatte.

Eugen hatte keine Kinder. Alles erbte seine Nichte Anna Victoria von Savoyen-Soissons. Sie heiratete 1738 in Paris den 18 Jahre jüngeren Joseph Friedrich von Sachsen-Hildburghausen und überließ ihm Schloss Hof als Morgengabe. Jenen Prinzen also, der 16 Jahre später die Kaiserin zum Kaufen bewegen wollte.

Ferdinand Runk und Johann Ziegler, Schlosshof vom Garten aus gesehen, Druckgrafik um 1810.
Ferdinand Runk, Johann Ziegler, Schlosshof, vom Garten aus gesehen, um 1810. – Bild: Albertina, Public Domain, via Kulturpool

Eine Hochzeit in der Schlosskapelle

Im April 1766 heiratete in der Schlosskapelle Maria Theresias Tochter Marie Christine den sächsischen Prinzen Albert. Die Ehe gilt als eine der wenigen Liebesheiraten unter den Kindern der Kaiserin. Die Braut trug Weiß, die Gäste Schwarz: Der Hof trauerte noch um Franz Stephan. Albert wurde mit der Heirat Herzog von Sachsen-Teschen und später Gründer der Albertina. Von ihm erzählt auch eine Büste von Franz Xaver Messerschmidt. In den 1770er-Jahren wurde das Schloss um ein Stockwerk erhöht, um mehr Gästezimmer zu gewinnen.

Bellottos Bilder als Bauplan

Wie Schloss Hof zu Maria Theresias Zeit aussah, weiß man so genau, weil sie es malen ließ. Um 1760 schuf Bernardo Bellotto in ihrem Auftrag drei große Ansichten: vom Garten, vom Ehrenhof und von Norden. Die Gemälde gehören heute dem Kunsthistorischen Museum. Und sie haben eine zweite Karriere gemacht: Seit 2002 wird der verwahrloste Barockgarten Terrasse für Terrasse wiederhergestellt, und Bellottos Bilder sind dabei eine der wichtigsten Quellen. Entworfen hatte den Garten Anton Zinner, sein lange verschollener Plan tauchte 2005 in Tirol wieder auf. Gegliedert ist der Garten in sieben Terrassen.

Schmiedeeisernes Gittertor aus Schloss Hof, Details, Tafel aus einem Mappenwerk von 1888.
Anton Schroll & Co., Emil Bressler, Schmiedeeisernes Gittertor aus dem Schloss Schlosshof, Details, 1888. – Bild: Wien Museum, CC0, via Kulturpool

Pferde, Soldaten, Verfall

Dass es so viel wiederherzustellen gab, hat mit dem 19. und 20. Jahrhundert zu tun. 1898 überließ Kaiser Franz Joseph die Anlage der Armee, die hier ein Institut für Reit- und Fahrunterricht einrichtete. Die Kunstschätze kamen in zweihundert Wagen nach Wien, auf der ersten Gartenterrasse entstanden zwei Reithallen. Danach zogen das Bundesheer, die Wehrmacht und 1945 die Rote Armee ein, die bis 1955 blieb. Als 1986 die Landesausstellung „Prinz Eugen und das barocke Österreich“ nach Hof kam, waren die Gebäude verfallen und mussten erst restauriert werden. 2019 war mit dem Barockgarten auch die Instandsetzung abgeschlossen.

Heute leben auf dem Gutshof rund 200 Tiere, darunter Lipizzaner, Noriker, seltene weiße Barockesel und Trampeltiere. Die Kamele begründet Schloss Hof mit den Türkenkriegen: Eugen und seine Soldaten kannten die Tiere von ihren Feldzügen gegen die Osmanen. Ein Fest von drei Tagen braucht es für einen Besuch nicht mehr, ein Ticket genügt.

Das Areal umfasst rund 70 Hektar. Ein Ticket gilt für Schloss, Barockgarten und Gutshof, Erwachsene zahlen 24 Euro, Kinder von 6 bis 18 Jahren 13,50 Euro. Im Winter ist kürzer geöffnet, am 24. Dezember geschlossen, die Brunnen laufen von November bis März nicht. Ganzjährig fährt der Regionalbus 540 ab der U2-Station Aspern Nord. Schloss Niederweiden ist derzeit wegen Renovierung geschlossen.

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