Franz Joseph I.: Sein Leben in 12 Bildern

Johann Nepomuk Ender, Herzog von Reichstadt, Kaiser Franz Joseph und Prinzessin von Salerno, 1831. Albertina, Wien, Public Domain
Franz Joseph, geboren am 18. August 1830 in Schloss Schönbrunn, wurde mit 18 Jahren Kaiser von Österreich und regierte fast 68 Jahre lang. Er erlebte Revolution und Kriege, die Ermordung seiner Frau Elisabeth und den Tod seines Sohnes Rudolf, und starb mitten im Ersten Weltkrieg.
Die folgenden zwölf Bilder aus der Albertina, dem Wien Museum, dem MAK und dem Volkskundemuseum Wien erzählen von seiner Kindheit, der Thronbesteigung, der Hochzeit, den Jubiläen und seinem Tod und davon, wo man ihm heute noch begegnet.
Wie alt wurde Kaiser Franz Joseph?
86 Jahre. Er starb am 21. November 1916 in Schloss Schönbrunn, drei Monate nach seinem 86. Geburtstag. Kaiser war er seit dem 2. Dezember 1848, fast 68 Jahre lang.
Wer waren seine Eltern und Geschwister?
Seine Eltern waren Erzherzog Franz Karl und Erzherzogin Sophie, eine Prinzessin aus Bayern. Franz Joseph war der älteste Sohn. Seine Brüder waren Ferdinand Maximilian (1832–1867), der Kaiser von Mexiko wurde, Karl Ludwig (1833–1896), der Vater des späteren Thronfolgers Franz Ferdinand, und Ludwig Viktor (1842–1919). Eine Schwester, Maria Anna, starb 1840 mit vier Jahren.
Woran starb Franz Joseph, und wo ist er begraben?
An einer Lungenentzündung. Am 30. November 1916 wurde er in der Kapuzinergruft beigesetzt, neben Elisabeth und Rudolf. Das Herz seines Vaters Franz Karl steht in der Herzgruft der Augustinerkirche, in der Franz Joseph 1854 geheiratet hatte.
Weitere Orte seiner Geschichte: die Votivkirche, gebaut als Dank für seine Rettung 1853, und Mayerling, wo sein Sohn Rudolf 1889 starb. Mehr über seine Frau im Dossier Sisi.
Die Bilder
Drei Enkel des Kaisers

Johann Nepomuk Ender, 1831. Albertina, Wien, Public Domain
Johann Nepomuk Ender malte 1831 drei Enkel von Kaiser Franz I.: den 20-jährigen Herzog von Reichstadt, den kleinen Franz Joseph und die neunjährige Prinzessin Maria Carolina von Salerno, eine Tochter von Erzherzogin Clementine. Franz Joseph, etwa ein Jahr alt, sitzt auf dem Schoß des jungen Mannes.
Der Herzog von Reichstadt war der Sohn Napoleons und Franz Josephs Cousin. Er starb im Jahr darauf mit 21 Jahren in Schönbrunn. Kaiser wurde Jahre später das Kleinkind auf seinem Schoß.
Reise-Erinnerungen aus Dalmatien

Reiffenstein & Uhl, 1888. MAK, Public Domain
Sechs Blätter mit „Reise-Erinnerungen aus Dalmatien 1845“, laut Titel vom Kaiser „eigenhändig gezeichnet und lithographirt“. Franz Joseph war damals 14 oder 15 Jahre alt. Zeichnen gehörte zu seinem Unterricht, eines der wenigen künstlerischen Fächer in seiner Ausbildung.
1888, als er längst Kaiser war, gab die Wiener Hof-Kunstdruckerei Reiffenstein & Uhl die Blätter als Album heraus. Der rote Einband trägt den goldenen Doppeladler.
Die Thronbesteigung in Olmütz

Franz Kollarz und A. Härtinger, 1848/49. Wien Museum, CC0
Im Revolutionsjahr 1848 war der Hof aus Wien nach Olmütz in Mähren geflohen. Dort dankte Kaiser Ferdinand am 2. Dezember ab, und sein Neffe Franz Joseph wurde mit 18 Jahren Kaiser. Sein Vater Franz Karl hatte auf den Thron verzichtet, auf Drängen seiner Frau Sophie.
Unter den Dargestellten nennt der Titel neben den Eltern auch die Generäle Jelačić und Windischgrätz. Sie hatten wenige Wochen zuvor den Aufstand in Wien niedergeschlagen.
Ein Schild für den Retter

K. k. Hof- und Staatsdruckerei, 1853. Albertina, Wien, Public Domain
Am 18. Februar 1853 griff der ungarische Schneidergeselle János Libényi den Kaiser auf der Kärntner Bastei mit einem Messer an. Franz Joseph wurde nur leicht verletzt. Sein Adjutant Graf Maximilian O'Donell und der Fleischermeister Joseph Ettenreich überwältigten den Angreifer.
Zum Dank bekam O'Donell von der Armee einen prunkvollen Ehrenschild, den die Staatsdruckerei fotografierte. Aus Dank für die Rettung entstand auch die Votivkirche.
Die Braut kommt in Nußdorf an

Heinrich Gerhart, 1854. Albertina, Wien, Public Domain
Am 22. April 1854 kam Elisabeth, Herzogin in Bayern, mit dem Schiff in Nußdorf bei Wien an. Franz Joseph empfing seine Braut am Landeplatz. Die Lithografie zeigt die beiden in einer Umarmung, rundherum Offiziere und Gefolge.
Zwei Tage später heirateten sie in der Augustinerkirche. Elisabeth war 16, Franz Joseph 23. Mehr über sie steht im Dossier Sisi.
Vier Brüder

Ludwig Angerer, 1862. Volkskundemuseum Wien, Public Domain
Ludwig Angerer fotografierte 1862 die vier Brüder: Franz Joseph in der Galauniform eines Feldmarschalls, dazu Ferdinand Maximilian, Karl Ludwig und Ludwig Viktor. Hinter ihnen ist ein schneebedecktes Hochgebirge auf die Studiowand gemalt.
Zwei Jahre später wurde Ferdinand Maximilian Kaiser von Mexiko, 1867 wurde er dort erschossen. Der Sohn von Karl Ludwig, Franz Ferdinand, wurde 1914 in Sarajevo ermordet.
Der Kaiser zu Pferd

Anton Zampis, um 1865. Albertina, Wien, Public Domain
Anton Zampis zeichnete den Kaiser um 1865 zu Pferd, als Vorzeichnung für eine Lithografie. So, in Uniform, trat Franz Joseph fast immer auf, außer auf der Jagd.
Als Feldherr hatte er weniger Glück. 1859 verlor er in Oberitalien bei Solferino, wo er selbst den Oberbefehl übernommen hatte, 1866 unterlag Österreich gegen Preußen.
Der Krönungseid in Pest

Vinzenz Katzler, 1867. Albertina, Wien, Public Domain
Nach der Niederlage von 1866 einigte sich Franz Joseph mit Ungarn: Aus dem Kaisertum wurde die Doppelmonarchie Österreich-Ungarn. Am 8. Juni 1867 wurde er in der Matthiaskirche in Ofen, heute ein Teil von Budapest, zum König von Ungarn gekrönt.
Vinzenz Katzler zeigt den Eid, den er danach in Pest unter freiem Himmel ablegte, umringt von Reitern und Fahnen. Elisabeth, die sich für den Ausgleich eingesetzt hatte, wurde am selben Tag zur Königin gekrönt.
Die Silberhochzeit

St. Schönwald, 1879. Volkskundemuseum Wien, Public Domain
Am 24. April 1879 feierten Franz Joseph und Elisabeth Silberhochzeit. Gedenkblätter wie dieses, hier als Fotokarte reproduziert, verbreiteten das Bild des Kaiserpaares unter der Krone.
Am Hochzeitstag selbst wurde die Votivkirche geweiht. Drei Tage später, am 27. April, zog der von Hans Makart gestaltete Festzug über die Ringstraße.
60 Jahre Kaiser

Ludwig Ferdinand Graf und Jacob Weiner, 1908. Albertina, Wien, Public Domain
1908 war Franz Joseph 60 Jahre Kaiser. Zum Jubiläum zog am 12. Juni ein Huldigungs-Festzug über die Ringstraße, mit Gruppen aus vielen Ländern der Monarchie. Das Plakat dazu entwarf Ludwig Ferdinand Graf, ein Maler des Hagenbunds.
Das Blatt ist über einen Meter hoch, bunt und modern, für einen Kaiser, der damals schon 77 Jahre alt war.
Aufgebahrt in Schönbrunn

Verlag R. Lechner und Österreichische Photographische Gesellschaft, 1916. Wien Museum, CC0
Franz Joseph starb am 21. November 1916 in Schönbrunn, mitten im Ersten Weltkrieg, mit 86 Jahren. Am 24. und 25. November lag er im Sterbezimmer in Feldmarschalluniform aufgebahrt. Die Szene erschien als Ansichtskarte.
Am 30. November wurde er in der Kapuzinergruft beigesetzt. Zwei Jahre später gab es die Monarchie nicht mehr.
Kerzen beim Kaiser

Franz Grieshofer, 1993. Volkskundemuseum Wien, CC0
Im Burggarten steht Franz Joseph in Uniform mit Befehlsstab. Das Denkmal wurde hier 1957 enthüllt.
Am 23. Jänner 1993 kamen bis zu 300.000 Menschen zum Lichtermeer auf dem Heldenplatz, einer Kundgebung gegen das Volksbegehren „Österreich zuerst“. Manche stellten ihre Kerzen auch beim alten Kaiser im Burggarten ab. Franz Grieshofer fotografierte sie für das Volkskundemuseum.
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