Sisi: Kaiserin Elisabeth in 12 Bildern

Josef Kriehuber, Kaiserin Elisabeth mit ihren Kindern Erzherzogin Gisela und Erzherzog Rudolf, 1858. Albertina, Wien, Public Domain
Elisabeth, geboren am 24. Dezember 1837 in München, heiratete mit 16 Jahren Kaiser Franz Joseph und wurde Kaiserin von Österreich und später Königin von Ungarn. Ihre Geschwister nannten sie Sisi. Am 10. September 1898 wurde sie in Genf ermordet.
Die folgenden zwölf Bilder aus dem Wien Museum, der Albertina, dem MAK und dem museumOrth zeigen die junge Herzogin aus Bayern, die Hochzeit, die Kaiserin auf Reisen und zu Pferd, ihren Tod und wie aus ihr eine Figur auf Tassen und Tellern wurde.
Sisi oder Sissi?
Ihre Geschwister nannten sie Sisi, mit einem s. Die Schreibweise Sissi wurde durch die Filme von Ernst Marischka mit Romy Schneider aus den 1950er-Jahren bekannt.
Wie viele Kinder hatte Kaiserin Elisabeth?
Vier: Sophie, geboren 1855, die mit zwei Jahren starb, Gisela (1856), Kronprinz Rudolf (1858) und Marie Valerie (1868). Rudolf starb 1889 in Mayerling.
Wie starb Sisi?
Am 10. September 1898 stach ihr in Genf der italienische Anarchist Luigi Lucheni eine zugespitzte Feile ins Herz. Sie war 60 Jahre alt. Begraben wurde sie in der Kapuzinergruft in Wien.
Wo begegnet man Sisi in Wien?
Geheiratet hat sie am 24. April 1854 in der Augustinerkirche, der Hofkirche neben der Hofburg. Ihre Kleider, Fächer und ihr Reisegepäck zeigt das Sisi Museum in der Hofburg. Im Lainzer Tiergarten steht die Hermesvilla, die Franz Joseph für sie bauen ließ. Und zwei ihrer Hochzeitstage stecken in der Votivkirche: Den Grundstein legte man an ihrem zweiten, geweiht wurde sie zur Silberhochzeit. Mehr über ihr Leben in der Stadt steht in unserem Deep Dive Kaiserin Elisabeth (Sisi) in Wien, mehr über ihren Mann im Dossier Franz Joseph I.
Die Bilder
Elisabeth, Herzogin in Bayern

Hohe und Brugger, um 1850. Wien Museum, CC0
So sah man Elisabeth vor ihrer Hochzeit: ein junges Mädchen im karierten Kleid, darunter ihr voller Name, Elisabeth Amalie Eugenie, Herzogin in Bayern. Sie war die Tochter von Herzog Max Joseph in Bayern und Prinzessin Ludovika und wuchs in München und am Starnberger See auf.
Im August 1853 trafen sich die Familien in Bad Ischl, und am 19. August 1853 verlobte sich Franz Joseph mit Elisabeth. Lange hieß es, eigentlich sei ihre ältere Schwester Helene als Braut vorgesehen gewesen. Schön erzählt, belegt ist es aber nicht.
Im Boot am Starnberger See

A. Hartinger, um 1854. MAK, Public Domain
Kaiser Franz Joseph rudert, neben ihm sitzt Elisabeth in Tracht mit einem Blumenstrauß, gegenüber ihr Vater Herzog Max mit einem Hackbrett. Im Hintergrund liegt Schloss Possenhofen am Starnberger See, wo die Familie die Sommer verbrachte.
Die Lithografie von A. Hartinger entstand um 1854 in Wien. Im MAK liegt sie bei den Vorlagen für die Porzellanmanufaktur.
Die Elisabethbrücke

Rudolf von Alt und Militärgeographisches Institut, 1854. Wien Museum, CC0
Zu ihrem feierlichen Einzug in Wien im April 1854 fuhr Elisabeth über eine neue Brücke über den Wienfluss, die nach ihr benannte Elisabethbrücke. Das Blatt zeigt die Brücke mit Blick auf die Stadt.
Lange stand die Brücke nicht. Bei der Regulierung des Wienflusses wurde sie 1897 gesperrt und danach abgetragen. Ihre acht Marmorstatuen stehen seit 1902 auf dem Rathausplatz.
Die Praterfahrt des Kaiserpaares

Mathias Bäcker, 1854. Wien Museum, CC0
Am 24. April 1854 heirateten Franz Joseph und Elisabeth in der Augustinerkirche. Fünf Tage später, am 29. April, fuhr das Kaiserpaar durch die Prater-Hauptallee. Mathias Bäcker zeigt die Szene als Fest: Laternen hängen zwischen den Bäumen, Reiter begleiten die Kutsche, rundherum drängt sich das Publikum.
Für Elisabeth begann damit ein Leben unter Beobachtung. Am Hof bestimmte das Zeremoniell den Tag, und ihre Schwiegermutter Erzherzogin Sophie nahm großen Einfluss auf die Erziehung der Kinder.
Elisabeth mit Gisela und Rudolf

Josef Kriehuber, 1858. Albertina, Wien, Public Domain
Ein Aquarell von Josef Kriehuber aus dem Jahr 1858: Elisabeth sitzt auf einem Sofa, im Arm das Baby Rudolf, vor ihr steht die kleine Gisela im weißen Kleid. Rudolf, der Kronprinz, war 1858 zur Welt gekommen.
Ihre erste Tochter Sophie war im Jahr davor gestorben, mit zwei Jahren. Kriehuber war einer der gefragtesten Porträtisten im Wien seiner Zeit.
Elisabeth auf Madeira

Eduard von Oberhausen, um 1860. Wien Museum, CC0
1860 reiste Elisabeth nach Madeira, offiziell wegen eines Lungenleidens, das Ärzte nach einem hartnäckigen Husten diagnostiziert hatten. Es war ihre erste große Auslandsreise ohne den Kaiser, weg vom Wiener Hof. Diese Fotocollage zeigt sie dort in Hut und weitem Kleid vor einer Häuserzeile.
Die Collage stammt von Eduard von Oberhausen, das Datum 1860 ist nicht gesichert. Es blieb nicht bei dieser einen Reise: Elisabeth war von da an oft und lange unterwegs.
Fanny Feifalik, Friseurin der Kaiserin

Emil Rabending, um 1855–1875. Wien Museum, CC0
Fanny Feifalik, damals noch Fanny Angerer, war Friseurin am Burgtheater, bis Elisabeth sie 1863 als ihre persönliche Friseurin holte. Das Foto von Emil Rabending zeigt sie im weiten Kleid mit Umhang.
Das Haar der Kaiserin zu waschen dauerte einen ganzen Tag und wurde etwa alle drei Wochen gemacht. Auf Reisen diente Feifalik manchmal sogar als Doppelgängerin: 1895 nahm sie am Bahnhof von Marseille die Grüße der Menge entgegen, während die Kaiserin unerkannt in den Zug stieg.
Elisabeth als Königin von Ungarn

Emil Rabending, 1867. Wien Museum, CC0
Am 8. Juni 1867 wurden Franz Joseph und Elisabeth in der Matthiaskirche in Ofen, dem heutigen Budapest, zu König und Königin von Ungarn gekrönt. Emil Rabending fotografierte Elisabeth im Krönungsjahr, mit Diadem und Schleier.
Elisabeth mochte Ungarn, sie lernte Ungarisch und unterstützte den Ausgleich, der aus dem Kaiserreich die Doppelmonarchie Österreich-Ungarn machte. Zur Krönung bekam das Paar Schloss Gödöllő geschenkt, das ihr liebster Rückzugsort wurde.
Die Kaiserin auf der Fuchsjagd

Illustrirtes Wiener Extrablatt, 1872. Wien Museum, CC0
„Die Kaiserin auf der Fuchsjagd“: So titelte das Illustrirte Wiener Extrablatt am 10. Dezember 1872. Die Zeichnung zeigt Elisabeth im Galopp, um sie herum die Hunde.
Elisabeth war eine leidenschaftliche Reiterin. Ab 1874 ritt sie bei Fuchsjagden in England mit, 1879 und 1880 auch in Irland.
Extra-Ausgabe zum Tod der Kaiserin

Neuigkeits-Welt-Blatt, 1898. Wien Museum, CC0
Am 10. September 1898 wurde Elisabeth in Genf ermordet. Schon am nächsten Tag, einem Sonntag, brachte das Neuigkeits-Welt-Blatt eine zweite Extra-Ausgabe heraus, mit den „letzten, bis 2 Uhr früh eingelangten Telegrammen“. Auf dem Titel: „Das Kaiserpaar in Territet“, ein Gedenkblatt an die ermordete Kaiserin.
Der Täter, der italienische Anarchist Luigi Lucheni, hatte ihr mit einer zugespitzten Feile ins Herz gestochen. Elisabeth war 60 Jahre alt.
Die Enthüllung des Denkmals im Volksgarten

Brüder Kohn und Arthur Floeck, 1907. Wien Museum, CC0
Am 4. Juni 1907 wurde im Wiener Volksgarten das Denkmal für Kaiserin Elisabeth enthüllt, im Beisein von Kaiser Franz Joseph. Diese Ansichtskarte zeigt die Feier: die sitzende Marmorfigur, davor ein Wasserbecken, ringsum die Gäste.
Die Figur schuf Hans Bitterlich aus einem einzigen Block Laaser Marmor, rund 2,50 Meter hoch. Die Anlage entwarf der Architekt Friedrich Ohmann.
Tasse mit Sisi

Tasse, nach 1918. museumOrth, CC0
Eine weiße Tasse mit Goldrand und dem Bildnis der Kaiserin, auf der Unterseite steht „Czechoslovakia“. Sie entstand also frühestens 1918, als es die Tschechoslowakei gab, Jahrzehnte nach Elisabeths Tod.
Aus der Kaiserin war längst ein Motiv geworden, für Tassen, Teller und Erinnerungsbilder. Die Filme mit Romy Schneider machten sie in den 1950er-Jahren noch einmal zum Star.
IM MUSEUM